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Nicht alltagstauglich: Finanzminister gibt E-Auto zurück

Nicht alltagstauglich: Finanzminister gibt E-Auto zurück
Der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Marcus Optendrenk (CDU): Verbrenner einem Elektroauto vorgezogen.

E-Autos sind die Zukunft – heißt es seit Jahren aus der Politik. In Nordrhein-Westfalen fährt der Finanzminister aber lieber wieder einen Verbrenner. Sein 73.000 Euro teurer elektrischer BMW i7 sei nicht alltagstauglich, heißt es.

von Ernst Fleischmann

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) hat seinen elektrischen Dienstwagen wieder gegen ein Verbrennermodell eingetauscht. Der Minister war zuvor mit einem elektrischen BMW i7 gefahren, inzwischen nutzt er das Verbrennerauto Audi A8 L 50 TDI Quattro, wie die Welt unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte er gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung seine Erfahrungen geschildert, wonach „ein Elektrofahrzeug im Alltagsbetrieb im politischen Düsseldorf gut funktioniert“, jedoch „bei einem engen Terminkalender und langen Fahrten durch ein Flächenland wie Nordrhein-Westfalen“ an seine Grenzen stoße.

Weil der Leasingvertrag für das nicht mehr gewünschte Elektroauto erst jetzt auslief, mußte Optendrenk noch damit fahren, jetzt ist er auf das Audi-Verbrennermodell umgestiegen.

E-Autos sind im Kabinett unbeliebt

Optendrenk ist mit seiner Entscheidung im Kabinett des einwohnerstärksten Bundeslandes nicht allein. Bereits zuvor war Bauministerin Ina Scharrenbach (ebenfalls CDU) auf einen Dienstwagen mit Dieselantrieb gewechselt. Inzwischen werden Elektro- oder Hybridmodelle nur noch von Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne), Familienministerin Verena Schäffer (ebenfalls Grüne), Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Schulministerin Dorothee Feller (ebenfalls CDU), Justizminister Benjamin Limbach (Grüne), Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) gefahren.

Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) haben diesbezüglich keine Wahl – ihre gepanzerten Dienstlimousinen werden ausschließlich als Verbrennermodelle verkauft.

Das EU-Parlament und die EU-Kommission hatten 2022 beschlossen, daß ab 2035 keine neuen Benzin- und Dieselautos angemeldet werden dürfen. Die aktuelle Bundesregierung um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) brachte jedoch zuletzt eine mögliche Lockerung ins Spiel: Ende November vergangenen Jahres schrieb er enen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (ebenfalls CDU) mit der Bitte, Hybride, E-Fuels und hocheffiziente auch nach 2035 EU-weit zu erlauben. Brüssel zeigte sich daraufhin gesprächsbereit, aktuell ist unklar, ob und in welcher Form Verbrenner künftig verboten werden. 

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