Das Robert Koch-Institut hat via Umfrage ermittelt, wer sich warum nicht impfen lässt. Dabei zeigte sich die Bevölkerung deutlich impfkritischer als vom RKI gewünscht. Auf die Idee, dass das mangelnde Vertrauen auch etwas mit dem Versagen des RKI in Sachen Corona-Impfung zu tun hat, kommt man allerdings nicht.
von Martina Binnig
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat kürzlich die Ergebnisse seines Projekts IMPRESS veröffentlicht. Im Rahmen dieses Projekts wurde ein regelmäßiges „Impfakzeptanz-Monitoring“ für Deutschland etabliert, um herauszufinden, wer sich warum nicht impfen lässt, und um die „Inanspruchnahme von Impfungen“ zu erhöhen. Künftig sollen Daten zu Impfverhalten und -bereitschaft sowie soziale und psychologische Faktoren durch eine jährliche Onlinebefragung erhoben werden. Die Studienpopulation wird mit „Allgemeinbevölkerung ab 18 Jahren“ angegeben. Es sollen aber auch Eltern von Kindern unter sieben Jahren und Personen mit Impfempfehlung für Grippe erfasst werden. Bei der ersten Erhebung im Oktober 2025 haben knapp 4.500 Personen teilgenommen. Erklärtes Ziel des Projekts ist es, Strategien zu entwickeln, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Dadurch sollen mehr Menschen vor „impfpräventablen Erkrankungen“ geschützt werden. Sprich: Das RKI will die allgemeine Impfquote erhöhen.
Damit setzt das Institut, das dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstellt ist, einmal mehr die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um, die ebenfalls ein Programm zur Steigerung der Impfnachfrage betreibt. Was nicht weiter verwundert: Wird die WHO mittlerweile doch bekanntlich maßgeblich von Lobbyisten der Pharmaindustrie finanziert. Zwar existiert bereits ein Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland, doch das basiert auf den Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen und gibt keine Auskunft über soziale und verhaltensbezogene Merkmale wie etwa Familienstand, Bildungsstand oder auch mögliche Sprachbarrieren. Das Projekt IMPRESS knüpft an Studien wie COSMO (das fast wöchentlich durchgeführte COVID-19 „Snapshot Monitoring“) und COVIMO (monatliches COVID-19 Impfquoten-Monitoring) an, die die Hintergründe von Impfentscheidungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt analysiert haben. Finanziert wird es für den Zeitraum 2025 bis Ende 2027 vom Gesundheitsministerium.
Die Koordinatorin des Projekts, Dr. Greta Steckhan, stellte in einem Interview mit dem Online-Portal Medscape fest, Studien hätten unter anderem gezeigt, dass Menschen sich nicht impfen lassen, weil sie zu wenig Vertrauen in Impfstoffe hätten. Nun, wer hätte das gedacht? Könnte dieses fehlende Vertrauen möglicherweise vielleicht auch durch das Totalversagen des RKI während der Coronajahre verursacht worden sein? Schließlich zeichnete das RKI für das Krisenmanagement verantwortlich und arbeitete gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), der Bundesoberbehörde für die Impfstoff-Zulassung, der Regierung zu.
Seit der Veröffentlichung der RKI-Protokolle ist klar, dass die fatalen Corona-Maßnahmen wie etwa Lockdowns und Schulschließungen nicht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgten, sondern politische Willkür waren, um den Leidensdruck der Bevölkerung zu erhöhen. Diese sollte schließlich massiv dazu gedrängt werden, sich die neuartigen modRNA-„Impfstoffe“ verabreichen zu lassen, die endlich in großem Umfang vermarktet werden sollten. Deren schwere Nebenwirkungen waren dem RKI allerdings früh bekannt.
Moralischer Hebel zur Steigerung der Impfquote
Und dasselbe RKI erforscht nun also, warum das Vertrauen in Impfstoffe nachgelassen hat? Immerhin kommt es nicht umhin zu konstatieren, dass im Dezember 2025 die COVID-19-Impfquote bei Personen ab 60 Jahren im Vergleich zur Vorsaison um mehr als ein Drittel zurückging. Anstatt aber vor der eigenen Türe zu kehren und endlich die Coronajahre aufzuarbeiten, hat das Institut ein „7C-Modell“ entwickelt, um die Impfmüdigkeit zu erklären. Dieses Modell führt sieben Gründe dafür an, warum Menschen sich (nicht) impfen lassen.
Punkt 1 ist überschrieben mit: „Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen sowie in die Gesundheitsbehörden und die Gesundheitsfachkräfte, die Impfstoffe empfehlen und entwickeln.“ Der vom RKI bereit gestellten Grafik ist zu entnehmen, dass 24,4 Prozent der Befragten der Aussage voll und ganz zustimmen: „Ich bin überzeugt davon, dass die zuständigen Behörden nur wirksame und sichere Impfstoffe zulassen.“ 13,9 Prozent vertreten die Annahme: „Nebenwirkungen treten nach Impfungen selten auf und sind nicht schwerwiegend.“ Lediglich 9 Prozent identifizieren sich vollständig mit der Aussage: „Politische Entscheidungen zu Impfungen sind wissenschaftlich fundiert.“ Das könnte dem RKI zu denken geben.
Punkt 2 betrifft die „Risikowahrnehmung“. Hier stimmt immerhin rund ein Drittel der Befragten voll und ganz der Aussage zu: „Ich lasse mich impfen, weil es zu riskant ist, Infektionskrankheiten zu kriegen.“ Allerdings unterscheidet das RKI dabei nicht zwischen herkömmlichen Impfstoffen und der neuen modRNA-Technologie. Punkt 3 ist mit „Persönliche Hürden“ betitelt. Dabei geht es um „psychologische Hürden im Alltag, die eine Impfung erschweren oder mit hohen Anstrengungen verbunden sind“. Hier ist zu sehen, dass etwa eine von zehn Personen Impfungen manchmal verpasst, weil sie „lästig“ seien. Andere mögliche Begründungen gibt das RKI in seiner Antwortauswahl schlichtweg nicht vor. 37,7 Prozent kümmern sich laut Erhebung darum, wichtige Impfungen rechtzeitig zu erhalten. Welche Impfungen als „wichtig“ gelten, wird vom RKI aber ebenfalls nicht ausgeführt.
Unter Punkt 4 wird die „Abwägung von Kosten und Nutzen“ abgehandelt. Hier fällt auf, dass 19,7 Prozent der Befragten voll und ganz dem Satz zustimmen: „Ich lasse mich nur dann impfen, wenn die Vorteile deutlich die Risiken überwiegen.“ 40 Prozent stimmen eher zu, 19,7 Prozent teils/teils. Das RKI macht daraus: „Der Nutzen und mögliche Risiken einer Impfung wird von 6 von 10 Teilnehmenden sorgfältig gegeneinander abgewogen.“ 27,6 Prozent gehen vollkommen bei der Aussage mit: „Ich überlege bei jeder Impfung genau, ob ich sie brauche.“ Weitere 37,5, stimmen ihr eher zu. Das RKI zieht daraus den Schluss: „Mehr als 6 von 10 Personen prüfen vorab, ob die jeweilige Impfung für sie notwendig ist.“ Brisant ist auch Punkt 5, der mit „Kollektives Verantwortungsgefühl“ überschrieben ist. Hier gibt rund ein Drittel an, sich impfen zu lassen, um andere Menschen zu schützen. Der Slogan, „sich und andere zu schützen“, wurde bekanntlich während der Coronajahre gezielt als moralischer Hebel zur Steigerung der Impfquote eingesetzt.
Angebliche „Falschinformationen“ sind eben keine
Unter dem hübschen Titel „Compliance“ verbirgt sich als Punkt 6 denn auch die „Unterstützung gesellschaftlicher Überwachung und Sanktionierung von Personen, die nicht geimpft sind“. Interessanterweise stimmen nur acht Prozent der Aussage ganz zu: „Es sollte möglich sein, Menschen von öffentlichen Veranstaltungen auszuschließen, wenn sie nicht gegen bestimmte Krankheiten geimpft sind.“ Und lediglich 3,7 Prozent gehen konform mit dem Satz: „Es sollte möglich sein, Personen zu bestrafen, die nicht den Impfempfehlungen der Gesundheitsbehörden folgen.“ Offenbar haben die Corona-Jahre doch mehr Menschen die Augen geöffnet, als es der WHO und damit dem RKI recht sein kann.
Natürlich darf auch der „Verschwörungsglaube“ („Conspiracy“) als Punkt 7 nicht fehlen. Darunter versteht das RKI den „Glauben an Falschinformationen im Zusammenhang mit Impfungen“. Also faktisch den Glauben an Informationen, die das Institut zu Coronazeiten verbreitet hat. So ist der Punkt aber selbstredend nicht gemeint. Vielmehr formuliert das RKI die entsprechenden Aussagen dergestalt vor, dass sie von den Befragten kaum vollumfänglich geteilt werden können. Wer geht schon hundertprozentig konform mit der Aussage: „Die Gesundheitsbehörden beugen sich blind der Macht und dem Einfluss der Pharmakonzerne“? Schließlich ist die Realität komplexer, da auch die Politik eine entscheidene Rolle spielt. Die größte Gruppe mit 32,8 Prozent stimmt der Aussage denn auch „teils/teils“ zu. Dennoch klingt die Schlussfolgerung des RKI fragwürdig: „Etwa 2 von 10 Befragte stimmen der Aussage (eher) zu, dass Gesundheitsbehörden den Vorgaben der Pharmakonzerne folgen.“ Tatsächlich zeigen sich die Befragten größtenteils unentschieden.
Überhaupt ist die Überschrift „Verschwörungsglaube“ irreführend und alles andere als neutral. Schon durch diese Vor-Formulierung disqualifiziert sich das RKI als angeblich wissenschaftliches Institut. Es vertritt eindeutig nicht die Interessen der Bevölkerung, sondern macht sich zum Handlanger der Regierungspolitik, von der es eben auch faktisch abhängig ist. Auch die Schlussfolgerung des RKI, dass die Mehrheit der Allgemeinbevölkerung eher nicht an „gängige Falschinformationen“ zu Impfungen glaubt, ist offensichtliches Wunschdenken. Denn diese angeblichen „Falschinformationen“ sind eben keine, und das wird offenbar immer weiteren Bevölkerungskreisen bewusst. So stellt das RKI denn auch weiter fest, dass nur etwa eine von zehn der befragten Personen angab, die COVID-19-Impfung in der Saison 2024/2025 erhalten zu haben. Zu Beginn der Saison 2025/2026 war ebenfalls weniger als eine von zehn Personen bereits gegen COVID-19 geimpft. Und nur etwa zwei von zehn der ungeimpften Personen haben vor, sich in dieser Saison impfen zu lassen. Warum wohl?
Nachfragen sind offenbar nicht erwünscht
Statt zu erkennen, dass die eklatant hohe Zahl an Impfschäden und Todesfällen durch die Corona-„Impfung“ die Bevölkerung offenbar doch erheblich skeptischer gestimmt hat, als vom RKI vorausgesetzt, sucht das Institut die Erklärung für die mangelnde Impfbereitschaft unter anderem in einer fehlenden Gesundheitskompetenz der Bürger. So verfügen angeblich fünf von zehn Personen über eine (eher) niedrigere „impfbezogene Gesundheitskompetenz“. Dabei sei die impfbezogene Gesundheitskompetenz vergleichbar mit der allgemeinen Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung. Laut RKI wissen nur vier von zehn Personen, dass „die Inhaltsstoffe von Impfstoffen als unbedenklich gelten“. Dass das angebliche „Unwissen“ in Bezug auf die modRNA-„Impfstoffe“ eher der Realität entspricht als das angebliche „Wissen“, wird vom RKI rundheraus geleugnet.
Auch zur hohen Anzahl von Kinderimpfungen merkt das RKI an, dass vier von zehn Personen unberechtigterweise unsicher hinsichtlich des Zeitpunkts und der Anzahl von Kinderimpfungen seien. Und es behauptet, dass in Deutschland nur Impfungen empfohlen würden, deren Nutzen und Sicherheit sorgfältig geprüft seien. Der Zeitpunkt werde so gewählt, dass der Schutz möglichst früh einsetzt, weil das Risiko einer Erkrankung dann besonders hoch sei. Es werde so viel wie nötig zum besten Zeitpunkt geimpft.
Nachfragen sind offenbar nicht erwünscht. So schlussfolgert das RKI aus seiner Erhebung, dass die Ergebnisse einen klaren Bedarf an gezieltem „Debunking“ ‒ also dem Entkräften von „Impfmythen“ ‒ erforderten. Dabei gehe es nicht nur um die Vermittlung von Fakten, sondern auch um die gezielte Ansprache der Ursachen falscher Überzeugungen. Gleichzeitig müsse die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gestärkt werden, zum Beispiel durch leicht auffindbare Informationsangebote. Steif und fest behauptet das RKI, dass die Bevölkerung das Auftreten von Impf-Nebenwirkungen überschätze. Und das verringere das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen. Daher empfiehlt das Institut eine „bessere Verzahnung von Institutionen und Zusammenarbeit beim Thema Impfstoffsicherheit und Falschinformationen“. Als würde es diese flächendeckende „Zusammenarbeit“ nicht längst schon geben.
Als weitere Intervention zur Stärkung von Impfprogrammen schlägt das RKI vor, bestehende „Stärken“ der Bevölkerung zu nutzen, also zum Beispiel das Risiko von Infektionskrankheiten zu betonen und an das Gemeinwohl zu appellieren. Außerdem sollen im Rahmen des Impfakzeptanz-Monitorings neben regelmäßig wiederkehrenden Erhebungen auch anlassbezogene Befragungen durchgeführt werden. Das sind Befragungen, die besonders schnell umgesetzt werden und die Möglichkeit bieten, aufkommende Fragestellungen beispielsweise anlässlich einer neuen STIKO-Empfehlung oder bei Epidemien zeitnah adressieren zu können. Noch einmal: Das RKI wirft bei seinen Ausführungen herkömmliche und modRNA-Impfungen in einen Topf. Dabei wäre es höchst aufschlussreich zu erfahren, ob die Bevölkerung tatsächlich generell impfmüde geworden ist oder lediglich allzu berechtigte Vorbehalte gege die modRNA-Technologie hat.
Das RKI bastelt sich aber lieber ganz im Sinne der WHO ein System zurecht, mit dem es die Bevölkerung möglichst in seinem Sinne manipulieren kann. Dabei wäre die einzige Maßnahme, die wirklich wieder das Vertrauen der Bürger in Institutionen wie das RKI und das PEI zurückgewinnen könnte, eine umfassende und ehrliche Corona-Aufarbeitung. Der verweigert sich das RKI jedoch nachhaltig. Das Ausmaß dieser Wirklichkeitsverdrängung ist verblüffend.

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