Bei einer Weihnachtsfeier der Bundeswehr in Sachsen spielt ein ziviler DJ die deutsche Nationalhymne ab. Der Kommandeur meldet das als “Vorfall”. Nun gibt es sogar Ermittlungen.
von Manfred Ulex
Bei der Weihnachtsfeier der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch hat ein ziviler DJ die erste Strophe des Deutschlandliedes über die Lautsprecher abgespielt. Statt der vorgesehenen Nationalhymne erklang „Deutschland, Deutschland über alles“. Die Bundeswehr leitete daraufhin eine interne Untersuchung ein.
Nach Angaben eines Heeressprechers wurden „umfangreiche disziplinare Ermittlungen“ aufgenommen. Diese richteten sich auch gegen einen zivilen Dienstleister. Zur Begründung hieß es, „das Abspielen des Textes der ersten Strophe des Deutschlandlieds ist in keiner Weise mit unseren Werten vereinbar“.
Kommandeur meldet Deutschlandlied-Vorfall gleich
Bei der Weihnachtsfeier mit deutlich mehr als 1.000 Gästen sollte zum Abschluß eigentlich die Nationalhymne gespielt werden. „Entgegen der Beauftragung“ sei es jedoch zur Wiedergabe der ersten Strophe des Liedes der Deutschen gekommen, erklärte der Sprecher. Der Kommandeur der Unteroffizierschule habe den Vorfall noch während der Veranstaltung „unmißverständlich eingeordnet“ und angeordnet, anschließend die korrekte Hymne abzuspielen. Zudem habe er den Zwischenfall noch am selben Abend an seine Vorgesetzten gemeldet.
Das „Lied der Deutschen“ wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet und in der Weimarer Republik zur Nationalhymne erklärt. Während der NS-Zeit wurde insbesondere die erste Strophe propagandistisch mißbraucht. Heute ist ausschließlich die dritte Strophe mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“ deutsche Nationalhymne, die übrigen Strophen sind jedoch nicht verboten.
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