Deutschland

Kriegstüchtig war gestern – Bundeswehr will siegfähig werden

Kriegstüchtig war gestern – Bundeswehr will siegfähig werden
Auf Kriegskurs: Bundeswehr

Die Berichte aus Litauen zeigen: Die Bundeswehr-Stationierung dort gilt als geostrategischer und mentaler Wendepunkt innerhalb des deutschen militärischen Denkens. Von einem militärischen Konflikt mit Russland in dieser Region wird nicht mehr in Konjunktiv gesprochen.

von Astrid Sigena

Nachdem der Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Christian Freuding schon in seiner Ansprache anlässlich einer Fackelzeremonie der Panzerbrigade Litauen vom Siegen gesprochen hatte (“dass wir Sie hier kriegstüchtig ausbilden und dass Sie siegen können, wenn es darauf ankommt”), tauchte die Vokabel leicht abgewandelt in Form von “Siegfähigkeit” in einem Interview mit dem Bundeswehr-Format “Nachgefragt” auf YouTube wieder auf. Damit verschärft sich Freudings Semantik noch einmal um eine Stufe. Noch bei seinem ersten Tagesbefehl als höchster Offizier der Teilstreitkraft Heer am 1. Oktober hatte Freuding das etwas schwächere Verbum “gewinnen” gebraucht (RT DE berichtete).

Damit folgt Freuding der Wortwahl seines Vorgängers im Amt des Heeresinspekteurs, Generalleutnant Alfons Mais, der bereits 2024 gefordert hatte, das Deutsche Heer müsse zur Abschreckung eines angeblich aggressiven Russlands “siegfähig” sein. Im Jahr davor hatte der Generalinspekteur der gesamten Bundeswehr, General Carsten Breuer, in einer Grundsatzrede davon