Nach dem Blackout durch einen linksextremen Brandanschlag hatte sich Bürgermeister Kai Wegner über die Berliner Innensenatorin beschwert, weil er so spät informiert worden sei. Doch nun stellt Spranger klar: Wegner hat erneut gelogen, sein Telefon war ausgeschaltet!
von Tim Schott
Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Südwesten der Hauptstadt tagte am Montag der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Darin beschrieb die Innensenatorin Iris Spranger minutiös die Vorgänge des Samstags, an dem der Anschlag stattfand. Besonders das Detail zur Erreichbarkeit des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner sorgt für Aufsehen.
Spranger beschrieb die Ereignisse vom 3. Januar wie folgt: Um 7:15 Uhr erhielt die Innensenatorin die Nachricht, dass um 6:12 Uhr ein Brand an der Kabeltrasse ausgebrochen war. Die Anzahl der Betroffenen, die betroffenen Bereiche, die Ursache und die Dauer der Reparatur standen noch nicht fest.
Feuerwehr und Polizei waren zu dem Zeitpunkt bereits im Einsatz. Auf unterschiedlichsten Wegen soll Spranger Informationen gesammelt haben, um die Lage besser einschätzen zu können. Um 7:45 Uhr fand eine erste koordinierende Schalte mit ihrem Staatssekretär und einem Abteilungsleiter statt, um bereits erste Strukturen zur Krisenbeseitigung zu ermitteln.
Um 8:05 Uhr habe Spranger den Bürgermeister angerufen. Doch am Telefon Wegners tat sich nichts, denn das Telefon des Bürgermeisters war ausgeschaltet. „Das war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich“, beschreibt Spranger diesen Vorgang. Die Innensenatorin soll daraufhin dem Bürgermeister schriftlich das Lagebild geschickt haben. Um 8:07 Uhr soll sie die Nachricht an Wegner verschickt haben.
Pikant an dem Detail: Wegner soll sich in einer CDU-Sondersitzung anlässlich der Tennis-Affäre des Bürgermeisters über Spranger beschwert haben. Sie habe ihn erst sehr spät, um 8:07 Uhr, informiert. Andere Senatoren seien offenkundig eher informiert worden. So wird es aus der Sitzung in der B.Z. berichtet. Wie das mit einem ausgeschalteten Telefon zusammenpassen soll, ist verwunderlich.
Dass das Verhältnis zwischen Innensenatorin und Bürgermeister als angespannt gilt, ist bekannt. So meldet der Tagesspiegel aus vertraulichen Runden mit dem Regierenden Bürgermeister, dass Wegner hörbar entrüstet über die Innensenatorin gewesen sei. Ein unvollendet gebliebener, aber unmissverständlicher Satz wird hier zitiert: „Manchmal würde ich sie gerne raus…“
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