Die Lufthansa hat einen A380 aus Dubai in Richtung München fliegen lassen – aber ohne Passagiere. Und das, obwohl Tausende Menschen am Flughafen festsitzen. Die Fluglinie begründet den Schritt mit fehlendem Bordpersonal.
Infolge der Eskalation zwischen Iran und Israel herrscht selbst in anderen Ländern des Nahen Ostens teilweise Chaos: Tausende – auch deutsche – Urlauber sitzen an Flughäfen fest, offenbar vorerst mit wenig Aussicht auf eine Evakuierung. Wie nun auf dem Dienst Flightradar24 zu beobachten ist, hat etwa die Lufthansa einen Airbus A380 aus Dubai nach München fliegen lassen – jedoch ohne Passagiere an Bord.
Die Lufthansa begründet den Schritt mit fehlendem Bordpersonal – wie ein Sprecher gegenüber der Bild mitteilte: „Eine mindestens 17-köpfige Kabinenbesatzung, die für die Sicherheit und Betreuung von Passagieren zwingend erforderlich ist, steht nicht zur Verfügung und kann aufgrund der aktuellen massiven Einschränkungen des Luftverkehrs in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch nicht eingeflogen werden.“
#Korrektur
— Julian Röpcke🇺🇦 (@JulianRoepcke) March 2, 2026
Die Lufthansa fliegt – ohne Witz – leer zurück, lässt Tausende Deutsche im Kriegsgebiet zurück, weil „eine Passagierbeförderung leider nicht möglich“ sei.
„Eine mindestens 17-köpfige Kabinenbesatzung, die für die Sicherheit und Betreuung von Passagieren zwingend… pic.twitter.com/0p76JvBaAe
Andere Fluglinien, etwa Etihad Airways, die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, haben unterdessen bereits mit einzelnen Passagierflügen nach Europa und zu anderen Zielen begonnen.
Immerhin gibt es für Reisende, die derzeit in Dubai feststecken, noch Hoffnung: Die Bundesregierung hat – trotz zunächst anderslautender Äußerungen von Außenminister Johann Wadephul – Evakuierungsflüge der Lufthansa in den Nahen Osten angekündigt. Die Maschinen sollen nach Maskat im Oman und in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden. Nach Angaben deutscher Reiseveranstalter sollen derzeit mindestens 30.000 deutsche Touristen im Nahen Osten festsitzen.
Am Sonntag hatte Wadephul den festsitzenden Touristen noch wenig Hoffnung gemacht – so schloss er bei Caren Miosga Evakuierungsflüge der Bundeswehr aus: „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen.“ Außerdem kommentierte er die Entscheidung der Touristen, in den Nahen Osten zu reisen: „Es war nicht ganz unbekannt, dass das gefährlich werden könnte.“
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