Zum Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin schweigt der Bundeskanzler beharrlich. Am vergangenen Wochenende schrieb Merz dann doch einen Brief, in dem er „Angriffe auf die Energieversorgung“ beklagt. Dabei bezog er sich allerdings auf den Krieg in der Ukraine.
von Manfred Ulex
Der Stromausfall als Folge eines linksextremen Terroranschlags ist inzwischen behoben, Südwestberlin hat nach Tagen des Blackouts wieder Strom. Über den gesamten Verlauf der Krise hat man von Bundeskanzler Friedrich Merz jedoch nichts gehört.
Seit Samstag schweigt Merz – zumindest, was dieses Thema angeht. Zu einer historischen Katastrophenlage in der Bundeshauptstadt ist der Bundeskanzler fortwährend sprachlos geblieben. Geäußert hat sich Merz zu anderen Dingen.
In einem Brief vom Wochenende hatte Merz in der Tat über Angriffe auf die Energieinfrastruktur gesprochen – nur ging es dabei nicht um Deutschland. Stattdessen sorgte der Bundeskanzler sich um die Sicherheit der Energieversorgung in der Ukraine. Putin habe dort Angriffe „vor allem auf die Energieversorgung des Landes befohlen“, schreibt Merz in dem Brief an die Abgeordneten von Union und SPD, der Apollo News vorliegt. Die Ukraine befinde sich „am Rand einer humanitären Energiekrise“, warnt der Kanzler weiter.
Der Brief ist auf den vierten Januar datiert – einen Tag nach Beginn des Blackouts in Berlin. Während Merz also zur Energiekrise in der Ukraine beherzt Stellung nehmen kann, schweigt er beharrlich zu den Vorgängen in der eigenen Hauptstadt. Allgemein sprachlos war er aber nicht: So gratulierte Merz auf X am fünften Januar etwa dem Bundespräsidenten („Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, lieber Frank-Walter Steinmeier“), am Tag darauf erklärte er „die Sicherheit in der Arktis“ zur „Priorität für Europa“.
Zum linksextremen Terror in Berlin aber findet Merz keine Worte – auch am Mittwoch bleibt der Bundeskanzler angesichts eines historischen Anschlags auf die Bundeshauptstadt weiter sprachlos.
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