2025 überwies die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit mit rund 528 Millionen Euro so viel Kindergeld ins Ausland wie nie zuvor. 2010 beliefen sich die Zahlungen gerade einmal auf etwas mehr als 30 Millionen Euro.
von Jonas Aston
Im vergangenen Jahr verzeichnete die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit einen neuen Höchstwert bei den ins Ausland überwiesenen Kindergeldzahlungen. Wie Focus Online unter Berufung auf eine Sprecherin der Behörde berichtet, belief sich die Gesamtsumme für 2025 auf rund 528 Millionen Euro. Damit übertraf sie den Vorjahreswert von 514 Millionen Euro deutlich – und lag weit über den 35,8 Millionen Euro, die 2010 ins Ausland geflossen waren. Der kontinuierliche Aufwärtstrend setzt sich damit ungebrochen fort.
Insgesamt wurden 2025 nach Angaben der BA rund 55,3 Milliarden Euro Kindergeld ausgezahlt. Der Anteil der Überweisungen an Empfänger außerhalb Deutschlands machte etwa ein Prozent der Gesamtsumme aus. Von den 17,57 Millionen Kindern, für die Leistungen gewährt wurden, besaßen 3,93 Millionen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Somit entfielen mehr als 22 Prozent aller Kindergeldzahlungen auf Familien ohne deutsche Staatsbürgerschaft.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit würden Überweisungen auf ausländische Bankkonten nicht zwangsläufig den Schluss zulassen, dass die betroffenen Kinder im Ausland leben. Es komme durchaus vor, dass in Deutschland wohnhafte Familien für den Geldempfang Konten außerhalb des Landes nutzen. Ebenso könne der umgekehrte Fall eintreten – dass Kindergeld auf ein deutsches Konto gezahlt werde, obwohl die Kinder ihren Wohnsitz im Ausland hätten.
Auch Flüchtlinge aus der Ukraine, die über eine gültige Aufenthaltserlaubnis verfügen, sind kindergeldberechtigt. Inzwischen belegen ukrainische Staatsangehörige nach deutschen und türkischen Eltern den dritten Platz unter den Empfängern dieser Leistung. Im Jahr 2024 erhielten Familien für 337.110 ukrainische Kinder Zahlungen in Höhe von mehr als 1,14 Milliarden Euro.
Der Großteil der Kindergeldüberweisungen ins Ausland ging 2025 an Empfänger in Mitgliedstaaten der Europäischen Union – allen voran Polen, Rumänien, Tschechien, Frankreich, Kroatien, die Slowakei, Ungarn und Bulgarien. Eine detaillierte Statistik für das gesamte Jahr liegt laut Bundesagentur für Arbeit derzeit noch nicht vor.
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