Erst gehört der Islam angeblich zu Deutschland, jetzt wird aus dem Ramadan eine religiöse Tradition der Bundesrepublik. Bundespräsident Steinmeier zeigt sich geradezu entzückt über das Fastenbrechen. In Kassel versammeln sich deswegen Tausende auf dem zentralen Stadtplatz. Geht es nach den Grünen, ist das erst der Anfang.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Ramadan und das Fastenbrechen zum festen Bestandteil des religiösen Lebens in Deutschland erklärt. „Der Ramadan ist ein auch in Deutschland beheimatetes Fest geworden und gehört zum religiösen Leben unseres Landes“, sagte der Bundespräsident an die Moslems in Deutschland.
„Unseren Zusammenhalt zu stärken, das gelingt auch durch Traditionen und Riten wie das Fest des Fastenbrechens“, zeigte sich das deutsche Staatsoberhaupt entzückt. Indem die Moslems „tagsüber auf Essen und Trinken verzichtet“ hätten, machten sie deutlich, dass „viele Menschen sich in ihrem Alltag einschränken müssen“ und auf „Unterstützung angewiesen“ seien.
Massenauflauf zum Fastenbrechen in Kassel
Besonders lobte der Politiker dabei, dass viele Moscheen und Familien ihre Nachbarn zum Fastenbrechen einladen würden. „Das ist eine wunderbar großzügige Geste, die es vielen Menschen leicht macht, die Gebräuche und Traditionen der islamischen Religion kennenzulernen und in der direkten Begegnung den Zusammenhalt zwischen unterschiedlichen Religionen und sozialen Gruppen zu stärken.“ Für diese Gastfreundschaft wolle er den Moslems danken.
Mit dem Fastenbrechen endet der Fastenmonat Ramadan, in dem Moslems für einige Stunden am Tag zwischen Sonnenauf- und untergang weder Essen noch trinken sollen. In Kassel versammelten sich dazu laut Lokalmedien am Mittwoch mehrere tausend Personen auf dem zentralen Friedrichsplatz. Bürgermeisterin Nicole Maisch (Grüne) sagte dabei, es mache sie „so stolz, Bürgermeisterin dieser Stadt zu sein“. Voll des Lobes zeigte sich auch die örtliche katholische Kirche: „Was gibt es Schöneres als ein solches Zeichen der Gemeinschaft?“, sagte Pfarrer Harald Fischer. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der linke Influencer Sidney Burnie.
Grüne wollen Islam sichtbarer machen
Unterdessen fordern die Grünen, moslemisches Leben in Deutschland noch sichtbarer zu machen (JF berichtete). Die Fraktion im Bundestag kündigte dazu einen 24-Punkte-Antrag an. Die Fraktion begründet ihr Vorhaben mit „anhaltender Diskriminierung und Muslimfeindlichkeit“ und fordert ein stärkeres staatliches Engagement. Konkret sieht der Forderungskatalog unter anderem vor, islamische Feiertage arbeitsrechtlich stärker zu berücksichtigen, etwa durch Freistellungsregelungen.
Zudem wollen die Grünen den Schutz von Moscheen ausbauen, Kopftuchverbote im öffentlichen Dienst abschaffen und moslemische Organisationen langfristig staatlich fördern. Weitere Vorschläge betreffen ein verschärftes Diskriminierungsverbot, insbesondere auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Hier sollen Beweislastregeln erleichtert und ein Verbandsklagerecht für Antidiskriminierungsstellen eingeführt werden. Auch der Ausbau des islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen sowie die stärkere Einbindung moslemischer Wohlfahrtsverbände gehören zum Konzept.

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