Deutschland

Tausende Kinderpornos: Bewährung für linken Abgeordneten

Tausende Kinderpornos: Bewährung für linken Abgeordneten
Der wegen Kinderporno-Besitz verurteilte Markus Gleichmann: Die Linkspartei fordert ihn jetzt zum Austritt auf.

Das Gericht erlässt nach zwei Jahren einen Strafbefehl gegen den ehemaligen Linkspartei-Abgeordneten Markus Gleichmann. Trotz 4.000 Fotos von Kindesmissbrauch muss er nicht in die Haft.

von Günther Strauß

Das Amtsgericht Stadtroda hat den ehemaligen thüringischen Landtagsabgeordneten der Linkspartei, Markus Gleichmann, zu einer Bewährungsstrafe wegen des Besitzes von etwa 4.000 kinderpornographischen Bildern verurteilt. Die Richter erließen am Dienstag einen Strafbefehl, wonach er zu neun Monaten Haft verurteilt wird und die Bewährungszeit zwei Jahre beträgt. Zusätzlich soll der Ex-Politiker 1.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Gleichmann kündigte an, den Strafbefehl ohne Einspruch anzunehmen. Er bat bei allen Menschen in seinem privaten und beruflichen Umfeld um Entschuldigung, sagte er dem MDR. Der Landesgeschäftsführer der Linkspartei, Paul Gruber, forderte hingegen den Austritt des Ex-Abgeordneten. Durch den Strafbefehl sei „eine neue Situation“ entstanden, sein Verhalten sei zudem mit den moralischen Grundsätzen der Partei unvereinbar.

Eine Politikerin verließ die Linkspartei wegen Umgang mit Gleichmann

Bereits im August 2024 hatte die Polizei Gleichmanns Wahlkreisbüro wegen des Verdachts auf Kinderpornographie-Besitz durchsucht. Damals verpasste er den Wiedereinzug in den Landtag, für den er auf Listenplatz 16 kandidierte. Thüringens Linksfraktion betonte noch im Wahlkampf, eine Mitgliedschaft sei für ihn während des Verfahrens „grundsätzlich“ ausgeschlossen. Sollte er sich nicht weiter dazu äußern, erwarte die Linke zudem eine „Erklärung zum vollständigen Rückzug aus der Politik“ und insbesondere zur Nichtannahme seines ihm zufallenden Mandates. Gleichwohl habe er „das Recht, dass ein Schweigen nicht als Schuldeingeständnis interpretiert“ werde.

Kritik äußerte bereits im Vorfeld der Verurteilung unter anderem Gleichmanns Landtagskollegin Kati Engel, die die Linkspartei aus Protest verließ. „Für mich als Kinderpolitikerin ist es nicht hinnehmbar, wie die Partei mit Vorwürfen der Kinderpornographie in den eigenen Reihen umgeht“, beklagte die damalige jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. „Weder wird Herr Gleichmann aufgefordert, sein bestehendes Landtagsmandat niederzulegen, noch wird er dazu gedrungen, zu erklären, dass er bei einer möglichen Wahl in den Landtag am 1. September dieses nicht annimmt.“

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