Anthony Fauci stand wie kein anderer für Lockdowns, Masken und die US-Coronapolitik. Geheime E-Mails, SMS und Notizen enthüllen dabei immer mehr, wie er viele der Dinge, die er öffentlich sagte, privat skeptisch sah – und teils dreist log.
Kein Mann stand in den USA so bildhaft für die Corona-Politik wie Anthony Fauci. Erst 2020 unter Trump – mit dem er sich verzankte – und dann mit fast schon Heiligenstatus unter US-Linken während der Amtszeit von Joe Biden. Dieser machte den langjährigen Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) auch noch zum Chefberater des Präsidenten in Gesundheitsfragen. 2022 schied er dann aus dem Regierungsdienst aus.
Heute kann – oder besser gesagt will – Fauci nicht einmal mehr beantworten, welcher Wochentag aktuell ist. „Ich verweigere meine Aussage nach meinen Rechten unter dem fünften Verfassungszusatz.“ Dieser Satz kommt Fauci bei einer jüngsten Kongressanhörung mehr als hundertmal über die Lippen. Zu seiner Zeit als führender Regierungsbeamter in der Corona-Zeit sagt er unter Eid kein Wort mehr – und selbst als einige US-Senatoren ihn mit harmlosen Fragen zum Wochentag oder seiner Krawattenfarbe testen wollen, lehnt er auch das konsequent ab.
Nach dem fünften US-Verfassungszusatz hat jeder US-Bürger das Recht zur Aussageverweigerung, wenn er sich sonst selbst belasten würde. Fauci fürchtet ganz offensichtlich Anklagen wegen neuer Kongressermittlungen rund um seine Amtszeit, vor allem in den Corona-Jahren. Denn inzwischen ist durch veröffentlichte Dienst-E-Mails, SMS und Tagebucheinträge ein ganz anderes Bild des Mannes bekannt, der jahrelang die US-Coronapolitik mitbestimmte.
Nämlich nicht das Image eines nur der Wahrheit und Wissenschaft verpflichteten unabhängigen Immunologen, das er öffentlich gerne kultivierte, sondern das eines Regierungsvertreters, der öffentlich das eine sagt und hinter vorgehaltener Hand mitunter etwas ganz anderes. Und das zu zentralen Fragen rund um Corona-Ursprung, -Umgang und -Impfungen.
Jüngste Enthüllung waren dabei privat geäußerte Bedenken Faucis, dass Zunahmen bei US-Fehlgeburten mit der Corona-Impfung zusammenhängen, während er öffentlich auch Schwangeren die Impfung empfahl. „Ich habe mich noch etwas weiter umgehört, und dabei ist ein weiteres Thema aufgekommen, über das ihr Bescheid wissen müsst“, schrieb er per SMS Anfang 2021 an die damalige Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Dr. Rochelle Walensky. „Da viele Menschen nach der zweiten Dosis einen ausgeprägten Zytokinsturm und Fieber haben, könnte dies theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Trimester in Zusammenhang stehen.“ Nur Tage später erklärte er öffentlich hingegen, es gebe bezüglich Impf-Nebenwirkungen „bislang keine Warnsignale in dieser Hinsicht bei schwangeren Frauen“.
Aber von Anfang an: Bereits beim Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020 hielt er einen Ursprung des Virus auf dem Wuhaner Nassmarkt für unwahrscheinlich. So schrieb er damals in sein Tagebuch, dass die er









