Gleich mehrere Forscher-Gruppen dürften das deutsche Atomwaffenprogramm erfolgreich abgeschlossen haben – wie selbst alliierte Militärs einräumten. Unterirdische Anlagen existierten nicht nur in Thüringen, sondern auch in den Alpen.
von Dennis Krüger
Geht es nach der etablierten Zeitgeschichtsforschung, hätten weder Engländer noch Amerikaner 1944/45 einen Nuklearangriff fürchten müssen, weil in Deutschland niemals Atombomben hergestellt worden seien. Das steht allerdings im Widerspruch zu Aussagen hochrangiger NS-Funktionäre und Militärs, die intern, also nicht zu propagandistischen Zwecken, getätigt wurden. So sprach ein vertraulicher Bericht des von Ernst Kaltenbrunner geleiteten Sicherheitsdienstes bereits im Juli 1943 von Gerüchten über eine «neuartige Bombe»: «Zwölf derartige Bomben, die auf dem Prinzip der Atomzertrümmerung konstruiert seien, würden genügen, eine Millionenstadt zu vernichten.»
Der große Durchbruch
Bereits ein Jahr zuvor, Ende April 1942, hatte Generaloberst Erich Fromm, Befehlshaber des Ersatzheeres, davon gesprochen, Kontakt zu einem Kreis von Wissenschaftlern zu unterhalten, «die einer Waffe auf der Spur seien, die ganze Städte vernichten könne». Noch konkreter erscheint eine, freilich umstrittene, Äußerung Rüstungsminister Albert Speer, der im Januar 1945 von einem Atomexplosivstoff so groß wie eine Streichholzschachtel gesprochen haben soll, der imstande sei, «ganz New York zu zerstören».
«Ein oder zwei Schüsse, und Städte wie New York oder London werden vom Erdboden verschwinden.» Himmler
Ähnlich äußerte sich auch Reichsführer-SS Heinrich Himmler, der gegenüber seinem Leibarzt Felix Kersten eine «letzte Wunderwaffe» erwähnte, die noch nicht zum Einsatz gelangt sei: «Ein oder zwei Schüsse, und Städte wie New York oder London werden vom Erdboden verschwinden.» Und schließlich bekräftigte Hitler selbst seit 1944 immer wieder in engstem Kreis seine Prophezeiung gegenüber Fliegerass Hans-Ulrich, bald «fliegende Raketen» einzusetzen, die mit «keinem normalen Sprengstoff» bestückt seien, sondern mit «etwas anderem, so gewaltigem, dass spätestens damit die Kriegsentscheidung fallen» werde. Die Entwicklung dafür sei «schon weit fortgeschritten» und «mit der endgültigen Fertigstellung bald zu rechnen». Gegenüber dem Oberstabsarzt Dr. Giesing wurde Hitler nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 noch deutlicher: «In allerkürzester Zeit werde ich meine Siegeswaffen einsetzen, und dann wird der Krieg ein glorreiches Ende nehmen. Das Problem der Atomzertrümmerung









