Er war zuerst Geheimdienstchef, dann israelischer Ministerpräsident: Ehud Barak, ein besonders brutaler Besucher von Lolita-Island, machte mit Jeffrey Epstein internationale Geschäfte – im Interesse des jüdischen Staates.
von Oliver Janich
Es ist der 7. September 2016, mitten im heißen US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Ehud Barak, ehemaliger israelischer Premierminister von 1999 bis 2001 und Verteidigungsminister von 2007 bis 2013, tippt eine E-Mail an Jeffrey Epstein: «Channel 2 hat ein Exklusiv-Interview mit Hillary Clinton gesichert», heißt es in der Nachricht. Dann folgt die konkrete Bitte: Epstein solle seine Kontakte nutzen, um ein vergleichbares Interview mit Trump für den israelischen Sender Channel 10 zu arrangieren. «Sie sind bereit, ihre führende Moderatorin zu schicken, eine begabte positive (blonde) Dame.» Diese E-Mail zeigt mehr als einen Versuch medialer Balance. Sie offenbart, wie Barak – obwohl er Netanjahu und die israelische Rechte scharf kritisierte – Epstein als Brücke zu einem Kandidaten nutzte, der der israelischen Rechten ideologisch weit näherstand als ihm selbst. Es ging nicht um Parteipolitik. Es ging um Israel First.
«Warte, … bevor du die Führung des Geheimdienstes … informierst.» Epstein an Barak
Diese Episode ist keine Verschwörungstheorie, sondern durch die geleakten E-Mails belegt, die die Hacker-Gruppe Handala 2025 erstmals veröffentlichte und die das US-Justizministerium 2026 mit über drei Millionen anderer Dokumente freigab.
Barak, der 2019 eine eigene Partei gründete, um Netanjahu aus dem Amt zu drängen, hatte keinerlei Berührungsängste, Epstein als Vermittler, Finanzier und Logistikstützpunkt einzusetzen. Epstein wiederum stellte ein internationales Netzwerk bereit, das über ideologische und parteipolitische Grenzen hinweg funktionierte – von Afrika über Zentralasien bis in die Machtzentren Washingtons und Moskaus.
Operationen für den Mossad
Die Wurzeln reichen zurück zu Ghi










