Hintergründe

Plasmawirbel in Thüringen – die Geheim-Forschungen der SS

Plasmawirbel in Thüringen – die Geheim-Forschungen der SS
Unfassbar: Was unter der Ägide der SS an neuen Technologien entwickelt worden sein soll, geht über die Vorstellungskraft der meisten Menschen hinaus. Man kennt es höchstens aus «Star Wars» und «Star Trek».

Was geschah in den letzten Kriegsmonaten wirklich in den unterirdischen Anlagen des Dritten Reiches? Berichte über rätselhafte Plasmawirbel, geheime SS-Forschungsprogramme und revolutionäre Antriebskonzepte nähren bis heute Spekulationen über Technologien, die ihrer Zeit weit voraus gewesen sein sollen. Was ist Mythos – und was lässt sich tatsächlich belegen? Eine Spurensuche führt tief hinein in eines der mysteriösesten Kapitel deutscher Technikgeschichte.

von Dennis Krüger

Als im März 1945 US-Truppen durch die letzten großen Verteidigungsstellungen der Deutschen im Westen drangen, wandten sie sich nicht nur dem Ruhrgebiet und anderen verbliebenen Widerstandszentren zu, sondern auch Thüringen und Böhmen. In Bayern, wohin eine Reihe neuer Technologien in Marsch gesetzt worden war, ergaben sich Top-Raketenwissenschaftler wie Wernher von Braun den Amerikanern, die ihre kompetenten Gefangenen sehr schnell im Rahmen der Operation Paperclip anwarben.

Das schwarze Phantom

Von Braun und die meisten der übrigen führenden Waffenforscher des Dritten Reiches waren – von der Öffentlichkeit erst nach und nach zur Kenntnis genommen – Mitglieder der SS. Deren Chef Heinrich Himmler bemühte sich schon ab Ende 1940, die modernsten Rüstungsbereiche unter seine Kontrolle zu bringen. Mit den in der Tschechoslowakei erbeuteten Skoda-Waffenwerken in Brünn und Pilsen standen seit 1943 modernste Produktionsstätten zur Verfügung, in denen nicht nur der Raketenjäger «Natter», sondern viele weitere Projekte, die bei der Wehrmacht als unrealisierbar galten, umgesetzt wurden: Neben Strahl- und Raketenflugzeugen beschäftigte ma