Hintergründe

Roms Untergang: Das größte Rätsel der Geschichte

Roms Untergang: Das größte Rätsel der Geschichte
Kolosseum in Rom - Ein wahres Meisterwerk

Die vielleicht beeindruckendste Gesellschaft aller Zeiten zerfällt – neue Forschung zeigt, dass der Untergang Roms rasend schnell vonstattenging und sich eben nicht allzu lange abzeichnete. Das Reich hatte zwei zentrale Konstruktionsfehler – angesichts derer aber eher die kulturelle Leistung noch bemerkenswerter wird.

von Max Mannhart

„In einer Stadt ist der gesamte Erdkreis zugrunde gegangen“ schreibt Hieronymus in einem Brief im Jahr 410; beim Diktieren würde sich Schluchzen in seine Stimme mischen. Das „strahlendste Licht aller Länder“ sei ausgelöscht. Alarichs Goten hatten Rom geplündert. In der zeitgenössischen Rezeption ist diese Nachricht gleichzeitig unvorstellbar und der Vorbote einer Dunkelheit, die die Welt umspannen wird. Roms merkwürdiger Tod ist bis heute eines der vielleicht größten Rätsel der Geschichte. Auch für Zeitgenossen war der Tod des eigentlich ja gottgegebenen, unsterblichen, unfehlbaren Imperiums nicht weniger rätselhaft; sie verstanden ihn vermutlich noch weniger als wir heute.

Seit im Jahr 146 v. Chr. Karthago im dritten punischen Krieg zerstört wurde, war das römische Reich unangefochtenes Imperium seiner Welt. Bis zum Ende Westroms sind das immerhin 588 Jahre. Das ist eine längere Zeitspanne als seit dem Untergang Ostroms mit dem Fall von Konstantinopel von heute aus gerechnet vergangen ist. Und doch fiel Rom – warum?

Es gibt unzählige Theorien: die allgemeine Dekadenz ist sprichwörtlich geworden, aber auch Korruption, Klassengegensätze, Zerstrittenheit und Inflation sollen herhalten. Während ältere Forschung vor allem die inneren Schwächen als ursächlich betrachtet, will die neuere Forschung die allgemeine Bedeutung Roms und des Bruchs danach eher relativieren und kleinreden. 

Schon die Plünderung der Stadt Rom zeigt uns drei interessante Punkte