Mehr als 30.000 Bauern nehmen an den Protesten teil. Noch nie hat die Niederlande einen solchen Aufstand erlebt. Nun ist das Militär mit Panzern im Einsatz. Für die Bauern geht es um ihre Existenz und die ökologisch begründete Schließung ihrer landwirtschaftlichen Betriebe nach EU-Vorgaben.
Deutschland strebt in vielen Belangen, nicht nur in Sachen Energie- und Transgenderpolitik, anders als fast alle seiner Nachbarländer konsequent in Sackgassen und Einbahnstraßen und beschreitet auch ansonsten Wege, auf denen ihm keiner folgen will. Und wenn sich dann die Folgen dieser trittsicher in die Scheiße führenden Politik bemerkbar machen, dann schluckt der brave Michel lieber runter und erträgt solidarisch-tapfer das selbstgewählte Ungemach, ehe er sich traut, das Maul aufzureißen und auf die Barrikaden zu gehen. Schlimmer noch: Die, die es trotzdem tun, werden ausgegrenzt, als Querdenker und Spinner oder Verschwörungsnazis plattgemacht – mit der Billigung der schweigenden Mehrheit. Vermutlich auch, weil viele insgeheim nicht den Mumm aufbringen, das, was sie insgeheim denken, offen zu artikulieren – und dann lieber die, die diesen Mut haben, niedermachen, als sich ihnen anzuschließen. Das hat dazu geführt, dass die Protestkultur in Deutschland inzwischen auf einem ähnlich erbarmungswürdigen Niveau angelangt ist wie die Demokratie und Meinungsvielfalt im Land.
Dass es ganz anders geht, dass sich die Politik gegen Bürgerunmut – und zwar lagerübergreifenden – warm anziehen kann, wenn es den Menschen zu bunt wird, beweist nicht nur Frankreich, sondern derzeit auch unsere niederländischen Nachbarn: Dort eskalieren seit Tagen die anhaltenden Bauernproteste immer weiter. Am Donnerstag waren verzweifelte Landwirte vor das Haus von Christianne van der Wal gezogen, der „Ministerin für Natur und Stickstoff” (!), wo sie Heuballen und ein Güllefass hinterließen (man vergleiche diese – dort rundum, auch von Journalisten, für legitim gehaltene – Aktion mit de










