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Die „Seenotrettung“ vor Libyen boomt im Windschatten der Ukraine-Krise

Die „Seenotrettung“ vor Libyen boomt im Windschatten der Ukraine-Krise
Schlepperschiffe wie die Sea-Watch 4 bringen Zehntausende illegale Migranten nach Europa.

Im Windschatten der Ukraine-Krise boomt die „Seenotrettung“ vor Libyen. Die von unterschiedlichen „Hilfsorganisationen“ betriebenen de-facto-Schlepperschiffe bringen aktuell Zehntausende Migranten nach Europa. Und diese haben alle das gleiche Ziel: Deutschland!

von Jochen Sommer

So wie mit der Ausrufung der „Pandemie“ vor zwei Jahren schlagartig alle anderen Krankheiten, Gebrechen und tödlichen Gesundheitsrisiken aus dem Blickfeld verschwanden und nur noch die Angst vor einem Erkältungsvirus das globale Geschehen beherrschte, so sind mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges alle sonstigen, teilweise barbarischeren und opferreicheren Kriege und bewaffneten Konflikte auf Erden aus der Wahrnehmung gerückt. Und nicht nur das: Auch das Thema Massenflucht und Migration beschränkt sich seit der russischen Invasion Ende Februar ausnahmslos auf den Kontext Ukraine. Tatsächlich aber sind die anderen Fluchtbewegungen nach Europa – insbesondere die übers Mittelmeer- deshalb nicht zum Erliegen gekommen, insbesondere was die Rettung Geflüchteter vor der libyschen Küste anbelangt – auch wenn diese natürlich hinter dem aktuellen Zustrom von Menschen aus und über die Ukraine zu uns zurücksteht.

Es genügt der gelegentliche Aufruf von nützlichen Webseiten wie „marinetraffic.com”, auf denen die verdächtigen und auf klar koordinierte und geplante Fluchtrouten hindeutenden Bewegungen der verschiedenen sogenannten „Seenotrettungs”-Schiffe in Echtzeit verfolgt werden können. Die deutsche Flotte dieses fragwürdigen Shuttle-Services ist besonders aktiv und umfangreich – und ihr schieres Vorhandensein stellt mit den stärkster Motor („Pull-Factor”) aller Fluchtversuche übers Mittelmeer dar, weil er maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass sich Menschen überhaupt in jene „Seenot“ begeben, aus der sie dann „gerettet” werden müssen.

Beträchtliche Flotte

In der sogenannten SAR-Zone („Search and Rescue„) vor Libyen, einem Gebiet innerhalb von 74 nautischen Meilen vor der Küste, ist eigentlich die libysche Küstenwache für Rettungseinsätze – besser: das seepolizeiliche Aufgreifen von Flüchtenden – verantwortlich. Trotzdem dringen die europäischen NGO-Schiffe immer wieder in diese Zone ein, was den libyschen Behörden teilweise gar nicht unlieb ist. Faktisch wird eine inoffizielle 50-Kilometer-Zone akzeptiert. Inzwischen hat sich eine beträchtliche Flotte von sogenannten „Rettungsschiffen” zusammeng