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Kommt die gemeinsame goldgedeckte BRICS-Währung?

Kommt die gemeinsame goldgedeckte BRICS-Währung?
BRICS-Gründungsmitglieder: Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und deren Staatschefs

Ist das der Todesstoß für das auf Ausbeutung und militärischer Unterjochung beruhende Wirtschaftssystem des Westens? Vor dem anstehenden BRICS-Gipfel in einer Woche in Kasan häufen sich Meldungen aus Russland zu einem neuen internationalen Zahlungssystem sowie zur Einführung einer gemeinsamen goldgedeckten Währung des Wirtschaftsbündnisses.

von Karsten Montag

Im August dieses Jahres berichtete die russische Tageszeitung Kommersant auf Basis anonymer Quellen, dass in Sankt Petersburg und Moskau zwei Kryptobörsen zur „Unterstützung ausländischer wirtschaftlicher Aktivitäten“ entstehen könnten. Kryptobörsen sind Handelsplattformen für digitale Währungen, welche nicht als gesetzliches Zahlungsmittel fungieren. Hintergrund sei die Schaffung von Stablecoins – digitalen Währungen, die an die Wertentwicklung konkreter Vermögenswerte gekoppelt sind – , die entweder durch die chinesische Währung Yuan (ausgesprochen „Ü-en“, auch bekannt als „Renminbi“) gedeckt sein sollen, oder durch einen Korb von Währungen der BRICS-Länder, so die Zeitung weiter. Bereits im März hatte der Kremlberater Juri Uschakow bekannt gegeben, dass die BRICS-Staaten an einem unabhängigen Zahlungssystem arbeiten, das auf digitalen Währungen und Blockchain – dezentraler Buchführung – basieren soll. Der russische Botschafter in China, Igor Morgulow, bestätigte im Juli zudem, dass die BRICS-Mitglieder über eine einheitliche Währung verhandeln. Eine Schaffung in naher Zukunft sei jedoch unwahrscheinlich.

Der entscheidende Unterschied einer Blockchainwährung besteht darin, dass alle Transaktionen dezentral verbucht werden und es daher im Prinzip keiner zentralen Autorität bedarf, die für die Korrektheit der Buchführung bürgt und die den Wert und die Geldmenge steuert. Anders als die Blockchain-Währung Bitcoin, die frei gehandelt wird und deren Wert stark schwankt, sollen Stablecoins, wie der Name schon sagt, stabiler sein, indem sie etwa eins zu eins gegen eine bestehende Währung getauscht werden können. Das rückt Stablecoins in die Nähe von digitalem Zentralbankgeld. Letzteres muss jedoch nicht unbedingt dezentral organisiert sein, wie beispielsweise der elektronische chinesische Yuan e-CNY zeigt. Der e-CNY ist das erste digitale Zentralbankgeld, das von einer größeren Wirtschaftsnation eingeführt wurde und befindet sich seit 2021 im Test. Er wird von der chinesischen Zentralbank herausgegeben, hat den gleichen Wert wie der traditionelle Yuan und wird in einer herkömmlichen zentralen Datenbank verbucht.

Aus Sicht Russlands liegt der größte Vorteil einer Kryptowährungin der Unabhängigkeit von etablierten Zahlungssystemen, insbesondere von SWIFT, dem größten Kommunikationssystem zur Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs. SWIFT wurde 1973 in Belgien gegründet und wird de facto von den Großbanken der G10-Staaten sowie deren Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank kontrolliert. Da dieses Zahlungssystem dem belgischem Recht un