Der Schweizer Nachrichtendienst NDB muss ein bis 2071 gesperrtes Mengele-Dossier für die Forschung freigeben. Ein Historiker hatte zuvor erfolgreich die Veröffentlichung erwirkt. In den Akten befinden sich zahlreiche Belege für Aufenthalte des KZ-Arztes Josef Mengele in der Schweiz nach 1945, darunter ein dokumentierter Skiurlaub 1956 in Engelberg.
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hebt die jahrzehntelange Sperre über ein Dossier zu Josef Mengele teilweise auf. Der Zugang soll einem Historiker nun grundsätzlich gewährt werden, allerdings unter Bedingungen, die erst noch festgelegt werden. Die Akte war ursprünglich bis 2071 unter Verschluss gestellt worden.
Der Berner Historiker Gérard Wettstein hatte Ende 2025 beim Bundesarchiv Einsicht in die Unterlagen beantragt. Der NDB verweigerte die Freigabe zunächst unter Verweis auf Quellenschutz, Persönlichkeitsrechte sowie sicherheitspolitische Interessen. Nach einer Beschwerde und einer erneuten Prüfung kam es jedoch zu einer Kehrtwende. Begründet wird sie mit einer veränderten Ausgangslage.
Das Interesse an den Unterlagen ist seit Jahren konstant. Das sogenannte Mengele-Dossier umfasst Berichte der Polizei und des Nachrichtendienstes sowie internationale Korrespondenz zu möglichen Aufenthalten des NS-Arztes in der Schweiz nach 1945. Josef Mengele wurde als Lagerarzt in Auschwitz bekannt und ist einer der zentralen Täter des nationalsozialistischen Vernichtungssystems.

Bekannt ist ein dokumentierter Aufenthalt im Jahr 1956 in Engelberg, wo Mengele mit seinem Sohn und seiner damaligen Partnerin einen Skiurlaub verbrachte. Der Nachrichtendienst des Bundes hält fest:
“Das Dossier Josef Mengele hatte der Polizeidienst der Bundesanwaltschaft als Vorgängerorganisation des NDB erstellt. Es wurde 2001 an das BAR abgeliefert. F










