Ein Beitrag in der New York Times zum Thema sexualisierte Gewalt durch Israelis in Gaza sorgt für erhebliches Aufsehen. Mittlerweile ist eine hitzige Diskussion entbrannt, in die sich Netanjahu persönlich eingeschaltet hat.
von Sven Eggers
Geradezu schlagartig ist das Thema von Sex-Verbrechen in Gaza in die Schlagzeilen der internationalen Presse gerückt; leider nicht, weil diese Form der Gewalt insbesondere durch israelische Soldaten, Gefängniswärter und Siedler in dieser Zeit nachgelassen hätte.
Kristof: Neue Recherchen
Auslöser der jetzigen Debatte sind zwei Veröffentlichungen: ein Gastbeitrag des zweifachen Pulitzer-Preisträgers Nicholas Kristof in der The New York Times über mutmaßliche sexualisierte Misshandlungen palästinensischer Gefangener in israelischer Haft sowie ein Bericht einer israelischen Zivilkommission über sexualisierte Gewalt der Hamas beim Angriff vom 7. Oktober 2023. Beide Veröffentlichungen lösten heftige Reaktionen aus, und zwar sowohl in politischen Kreisen als auch in sozialen Netzwerken.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht insbesondere der Beitrag von Kristof, der auf Interviews mit 14 Palästinenserinnen und Palästinensern aus Gaza und dem Westjordanland basiert. Die Betroffenen schilderten dem Journalisten sexuelle Übergriffe durch Soldaten, Gefängnispersonal, Siedler oder Angehörige des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet. Kristof schrieb, es gebe zwar „keine Hinweise darauf, dass israelische Führer Vergewaltigungen anordnen“, zugleich habe sich jedoch innerhalb des Sicherheitsapparats eine Kultur entwickelt, in der sexuelle Gewalt zu einem „Standardverfahren“ geworden sei.
Der Artikel knüpft an eine seit längerem geführte Debatte an. Internationale Menschenrechtsorganisationen und UN-Gremien dokumentieren seit Jahren Vorwürfe von Misshandlungen, Folter und sexualisierter Gewalt gegen palästinensische Gefangene.
Auch Berichte über das Haftlager Sde Teiman sorgten wiederholt für Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang kursierten Aussagen ehemaliger Häftlinge über schwere Misshandlungen sowie Berichte über mutmaßliche Übergriffe unter Beteiligung von Hunden.
Besonders scharf fiel nach der neuerlichen Berichterstattung die Reaktion der israelischen Regierung aus. Das israelische Außenministerium warf der New York Times vor, Israel gezielt zu diffamieren und gleichzeitig Erkenntnisse über sexualisierte Gewalt der Hamas zu ignorieren. In Stellungnahmen auf der Plattform X bezeichnete das Ministerium den Beitrag als „










