International

Ukrainische Offensive: Bisherige Bilanz fällt katastrophal aus

Ukrainische Offensive: Bisherige Bilanz fällt katastrophal aus
Artjomowsk: Zerstörtes ukrainisches Militärgerät

Der bisherige Verlauf der ukrainischen Offensive gegen die russischen Verteidigungslinien lässt die weiteren Perspektiven der Ukraine trüb erscheinen. Mit Einfallsreichtum, hochtechnologischen Lösungen oder guter Koordination konnte Kiews Militär bisher nicht aufwarten.

von Manfred Ulex

Die ukrainische Offensive hat begonnen. Zumindest glauben das einige westliche Medien. In den Behauptungen von Journalisten und Politikern ist jedoch nach wie vor eine gewisse Unsicherheit zu spüren. Statt der auf allen Ebenen angekündigten glänzenden und rasanten Operation sind chaotische Angriffe mit taktischen Gruppen in Kompaniestärke, Terroranschläge und riesige Verluste bei mehr als bescheidenen Ergebnissen zu beobachten.

Was sehen wir auf dem Schlachtfeld nicht?

Erstens, einen Plan der Operation. Die ukrainischen Kräfte tauchten genau dort auf, wo sie seit dem letzten Herbst erwartet wurden, und tun genau das, was man von ihnen erwartet. Insbesondere rennen sie beharrlich gegen immer dieselben Punkte auf der Karte an, erleiden Verluste, ziehen sich zurück und greifen erneut an. Und immer so weiter.

Genau nach diesem Schema handelte das ukrainische Militär im vergangenen Sommer und zu Beginn des Herbsts im Gebiet Cherson. Zweitens ist zu erkennen, dass die Operation chaotisch verläuft. Zwischen den einzelnen Schritten sind beträchtliche Zeitfenster zu beobachten, und an einigen Frontabschnitten bleiben die Angriffe “in der Luft hängen”, ohne weiterentwickelt zu werden.

Möglich wäre es durchaus, dass die Terroranschläge und kleinen Angriffe der letzten zwei Wochen das Element eines größeren Plans sind, zumal die ukrainische Führung “Schläge aus mehreren Richtungen” andeutete. Freilich werden Bestandteile des Plans, die eine koordinierte Arbeit in Zeit und Raum demonstrieren sollten, vereinzelt ausgeführt und erzeugen wahrscheinlich nicht den erwarteten Effekt.

Dafür kann es mehrere Gründe geben – von einer Unterschätzung der russischen Streitkräfte (die Gründe dafür sind wiederum ein eigenes Thema) bis hin zu Problemen bei der Koordination und Leitung des ukrainischen Militärs.

Insgesamt erfolgten die Koordination, Kommunikation und Kampfführung beim ukrainischen Militär überhaupt nicht auf jenem hohen Stand, den zahlreiche Experten prognostizierten.

Ein weiteres fehlendes Element ist die Masse an T