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US-Imperialismus: Jetzt sind auch Dänemark, Iran und Kuba im Visier!

US-Imperialismus: Jetzt sind auch Dänemark, Iran und Kuba im Visier!
US-Präsident Donald Trump würde sich gern auch Grönland einverleiben.

Nach dem Angriff auf Venezuela rühren die Amerikaner die Kriegstrommel weiter, sprechen ganz offen von weiteren Militärschlägen gegen die nächsten missliebigen Länder, allen voran Kuba, Iran und – man mag es kaum glauben – Dänemark.

von Manfred Ulex

Dieser Satz von US-Außenminister Marco Rubio, der im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefallen ist, kommt einer Kriegserklärung gleich:

„Wenn ich in Havanna leben und der Regierung angehören würde, wäre ich zumindest ein wenig beunruhigt.“

Im Klartext: Ganz offen wird das sozialistische Kuba als nächstes Ziel ins Fadenkreuz des US-Imperialismus gerückt. Jetzt soll es wohl reihum gehen, ein Aufräumen mit Ländern, die sich nicht dem US-Diktat unterwerfen.

Dass es auch bei Venezuela nie um Menschenrechte, Drogen oder gar die Befreiung von einem Tyrann ging, gab Donald Trump bei der gleichen Pressekonferenz sogar offen zu: Es sei geplant, Venezuela aus den USA heraus zu regieren, um mit amerikanischen Firmen das Öl abzupumpen. Das ist Klartext, unverfroren, dreist, aber ehrlich.

Maduros Leibwache bestand aus Kubanern

Kuba und Venezuela sind nicht nur enge Verbündete und beide von Wirtschaftssanktionen betroffen, die Leibgarde, die Präsident Nicolas Maduro – erkennbar ohne großen Erfolg – beschützen sollte, bestand aus Kubanern. Denen Maduro offenbar mehr vertraute, als seinen eigenen Landsleuten. Viele dieser Kubaner, so Trump, seien bei dem Einsatz getötet worden, ohne genaue zahlen zu nennen. „Sie haben Maduro beschützt. Das war kein guter Zug“, äußerte sich der US-Präsident jedoch in der „New York Post“, wenngleich er militärische Maßnahmen – im Gegensatz zur Andeutung von Rubio – nicht in Betracht ziehen wolle. „Nein, Kuba wird ganz von selbst fallen“, so der 79-Jährige. Wie glaubwürdig diese Aussage nach dem jüngsten Überfall auf Venezuela ist, darf indes durchaus kritisch hinterfragt werden.

Auch Dänemark und Iran könnten nach dem Angriff auf Venezuela zu den nächsten Ziele der USA gehören. Darüber berichtete die Zeitung The Guardian:

“Was sich über Nacht in Venezuela ereignet hat, wird bei Regierungen wie denen des Iran und Dänemarks unverzüglich Besorgnis auslösen, gegenüber denen Trump seine Begeisterung für radikale Maßnahmen zum Ausdruck gebracht hat.”

In der Nacht zum 3. Januar führten die USA die Operation “Absolute Entschlossenheit” durch, in deren Verlauf sie Caracas angriffen. US-Spezialeinheiten nahmen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau gefangen und brachten sie in die USA. Das Ehepaar wird in New York vor Gericht gestellt.

Vor einigen Tagen, so wurde in dem Artikel erinnert, erklärte Trump, dass die USA bewaffnet und bereit seien, den Iranern zu Hilfe zu kommen, die gegen den starken Wertverlust ihrer Währung und den rasanten Preisanstieg protestieren. Ende Dezember drohte der US-Präsident Iran außerdem mit “schwerwiegenden Konsequenzen”, sollte das Land die Entwicklung von Raketen und sein Atomprogramm fortsetzen.

Darüber hinaus erinnerte The Guardian daran, dass US-Beamte ihre Absicht bekundet hatten, mit allen notwendigen Mitteln die Kontrolle über Grönland zu erlangen, und dass der dänische Militärgeheimdienst die USA im Dezember als Sicherheitsbedrohung bezeichnet hatte. Im vergangenen Monat ernannte Trump den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zu seinem Sonderbeauftragten für Grönland, um die US-Interessen auf der Insel zu vertreten.

Als Reaktion darauf erklärte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen, dass Kopenhagen keineswegs beabsichtige, der Forderung der US-Behörden nach einer Übergabe Grönlands nachzukommen, und der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen äußerte sich betrübt über Trumps Ansprüche auf die Insel. Grönland ist eine ehemalige dänische Kolonie. Es bleibt Teil des Königreichs, Kopenhagen kontrolliert weiterhin seine Außenpolitik und Sicherheit.

Während der Pressekonferenz nach der US-Militäroperation in Venezuela drohte Trump auch Kolumbien und Kuba. Der US-Präsident erklärte, der kolumbianische Präsident Gustavo Petro müsse “auf seinen Arsch aufpassen” und beschuldigte ihn der Kokainproduktion. In Bezug auf Kuba äußerte Trump, das Land befinde sich “in einem erbärmlichen Zustand” und die USA wollten seinem Volk angeblich helfen. US-Außenminister Marco Rubio fügte hinzu, dass er anstelle der kubanischen Regierung “besorgt” wäre.

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