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ARD und ZDF – Lügen, am laufenden Band

ARD und ZDF – Lügen, am laufenden Band
Filmreif: Dieser Mummenschanz in der Eifel sieht nicht nur aus wie inszeniert, er ist es auch. Foto: Screenshot Youtube

ARD und ZDF produzieren Fake News am laufenden Band. Wenn sie erwischt werden, folgt eine kleine Entschuldigung – doch es geht munter weiter. Eine Skandal-Chronik. 

von Sven Eggers

Nazi-Grusel auf Bestellung

Dass die GEZ-Medien auch vor Inszenierungen nicht zurückschrecken, wenn es ins politische Konzept passt, ist kein Phänomen neueren Datums. Schon am 27. März 1979 berichtete die DPA über drei vom WDR interviewte Neonazis, die für ihren Auftritt ein Honorar von 250 D-Mark kassiert hätten. Dabei soll es auch Regieanweisungen bezüglich der Kleidungswahl gegeben haben.

Für Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied gab’s 2.000 D-Mark.

NS-Symbole und einschlägige Zeitungen hätten die Journalisten sogar selbst mitgebracht. Ein ähnlicher Fall: Im Vorfeld der Feiern zur Wiedervereinigung 1990 sollen Fernsehteams 2.000 DM für einen Auftritt mit Hitlergruß und Horst-Wessel-Lied bezahlt haben, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 28. September 1990 unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.

Der König der Fälscher

In den 1990er-Jahren erlangte der Fernsehjournalist Michael Born einige Berühmtheit. Er war aufgeflogen, nachdem er diverse Dokumentationen für TV-Sender produziert hatte, die sich im Nachgang teils als plumpe Fälschungen erwiesen. So hatte er für vermeintliche Enthüllungen über das Treiben des Ku-Klux-Klan auf deutschem Boden ein paar Bekannte in selbstgeschneiderte Kutten und Kapuzen gesteckt, zum Kreuzverbrennen in die Eifel entsendet und abgefilmt. Zwischen 1991 und 1995 hatte Born bis zu 30 faktenfreie Filmbeiträge erstellt, 19 davon wurden tatsächlich auch gesendet. Spiegel TV und vor allem Stern TV  fielen auf ihn herein, aber auch ZDF und MDR. Am Ende wurde Born zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Damals verteidigte sich der Fälscher wie folgt: «Ich sitze im Knast, weil ich die ungeschriebenen Gesetze und Regeln meiner Branche befolgt habe.» Nach zwei Jahren kam er wieder auf freien Fuß.

ARD und ZDF – Lügen, am laufenden Band
2007 manipulierte das ZDF ein Beliebtheitsranking, um die Böhsen Onkelz nicht gewinnen zu lassen. Foto: Promo

2019 verstarb der Fake-News-Produzent, der als Konrad Kujau des TV in die Geschichte eingegangen ist. In einem seiner letzten Interviews bekannte er gegenüber dem Tagesspiegel: «Wir waren die letzten echten Handwerker. Mit den heutigen Möglichkeiten lässt sich praktisch alles machen. Journalistische Standards gibt es praktisch nicht mehr.» Zur Frage, ob nicht auch die Sender zumindest eine Mitschuld trifft, sagte Born: «Zwischen Sender und Zuschauer findet keine Vermögensverfügung statt, und die ist Voraussetzung für den Betrugsparagrafen. Allerdings findet die Irrtumserregung zwischen Sender und Zuschauer sehr wohl statt. Diese aber allein lässt keine Anklage zu. Im Klartext: ein Freibrief für die Sender. Sie sind praktisch nur noch ihrer Quote verpflichtet, aber nicht mehr der Wahrheit.»

Vertauschte Opfer

1994 sorgte ein vom Mitteldeutschen Rundfunk ausgestrahlter Beitrag des TV-Machers Martin Lettmayer für Aufsehen: Verschlusssache Atomtod – Chronik einer verschwiegenen Strahlenkatastrophe. Es ging dabei um die Explosion eines Behälters mit 30.000 Litern Plutoniumabfall im geheimen sowjetischen Militärkombinat Majak im Ural 1957. Der Film schockte mit Bildern entstellter Säuglinge und Kinder. Die Doku war sogar für den Grimme-Preis nominiert.

Erst später stellte sich heraus, dass die Bilder gar nicht aus dem Ural stammten. Vielmehr handelte es sich um ältere Aufnahmen aus einer Moskauer Kinderklinik. Einige Jahre danach erläuterte Lettmayer in einem Zeitungsinterview: «Das war eine Auftragsproduktion für den MDR (…). Der Auftraggeber hat dann den Film mit Archivbildern verändern lassen. Ich habe nichts abgegeben, was nicht wahrhaftig ist.»

Manipulierte Ranglisten

2014 hatte das Zweite mit großem Tamtam Deutschlands Beste! gekürt. Dazu wurden Ranglisten der beliebtesten Männer und Frauen unseres Volkes erstellt und die Ergebnisse in aufgeblähten Showformaten von Moderator Johannes B. Kerner präsentiert. Bald aber stellte sich heraus: Die ZDF-Redaktion hatte die Ergebnisse, die aus Forsa-Meinungsumfragen hervorgegangen waren, in der Reihenfolge gezielt verändert. Gesichter des Senders und von Gästen der Show wurden kurzerhand nach oben gehievt.

Die Böhsen Onkelz wurden durch Grönemeyer ersetzt.

Das ZDF musste die Täuschung später einräumen. Norbert Himmler, damals Programmchef: «Die Veränderungen am Ergebnis der Forsa-Umfrage sind ein grober Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF.» Er entschuldige sich. Unterhaltungsleiter Oliver Fuchs trat nahezu zeitgleich zurück. Pikant: Im Zuge der Diskussionen um die Manipulationen kam heraus, dass das ZDF schon 2007 die Rangfolge eines ähnlichen Formats mit dem Titel Unsere Besten – Musikstars aller Zeiten gefälscht hatte. Damals war die Deutschrockband Böhse Onkelz auf dem ersten Platz gelandet. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, griff das ZDF ein und setzte den politkorrekten Sänger Herbert Grönemeyer an die Spitzenposition. Das Branchenportal Meedia fragte nach dem neuerlichen Skandal 2014 daher nicht zu Unrecht: «Wird in Mainz regelmäßig bei vermeintlichen Publikumswahlen manipuliert? Und: Wer weiß davon?»

Ukraine-Lügen

Schon die Ukraine-Krise 2014 wurde von diversen Falschdarstellungen öffentlich-rechtlicher Medien begleitet. So berichteten die Tagesthemen der ARD am 20. Mai 2014 über einen prowestlichen Oligarchen in Kiew, Rinat Achmeto, der im Donezker Fußballstadion bei seiner Rede für die Westbindung der Ukraine und gegen Russland augenscheinlich von zehntausenden Menschen bejubelt wurde. Bald stellte sich heraus, dass durch die Kameraeinstellung das Bild verfremdet worden war. Tatsächlich saßen nur wenige hundert Menschen auf den ansonsten leeren Rängen.

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Plünderung in der Stuttgarter Krawallnacht. Foto: Screenshot Youtube

Am 29. Mai 2014 berichteten ARD und ZDF über den Abschuss eines ukrainischen Helikopters über dem umkämpften Donbass, bei dem 14 Militärs ums Leben gekommen sein sollen. Kurz darauf stellte sich heraus: Das gezeigte Video war bereits 2013 in Syrien aufgenommen worden. Zu sehen: Rebellen im Kampf gegen die Armee von Präsident Baschar al-Assad. Die Aufnahmen wurden schlicht recycelt, durch kleinere Bearbeitungen verfremdet und dem Publikum als brandheiße Story verkauft. Der WDR gab anschließend recht kleinlaut via Twitter zu: «Trotz unseres Anliegens, Bildmaterial sorgfältig zu verwenden, ist uns ein Fehler unterlaufen. Wir bitten, das zu entschuldigen.» Also nur ein Einzelfall? Von wegen! Schon am 29. August 2014 vermeldete der WDR unter einem Bild als Beweis für die russische Einmischung in der Ukraine: «Russische Kampfpanzer fahren am 19.8.2014 noch unter Beobachtung von Medienvertretern in der Ukraine.» Tatsächlich aber stammte die Aufnahme aus dem Kaukasus-Krieg 2008 in Georgien.

Am 1. Oktober 2014 musste Thomas Roth als Moderator der ARD-Tagesthemen Folgendes einräumen: «Meine Damen und Herren, ich habe nun ein Wort in eigener Sache. Kriegsberichterstattung und die Arbeit in Konfliktgebieten, das ist für unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten (…) eine der größten Herausforderungen in unserem Beruf überhaupt (…). Unter solchen Umständen sind Fehler möglich, auch wenn wir alles daransetzen, sie zu vermeiden. Uns ist dennoch ein solcher Fehler passiert. Die Tagesthemen haben am 20. Mai einen fehlerhaften Bericht aus der Ostukraine gesendet. (…) In dem Bericht wurde erwähnt, dass zwei Bürger der Stadt Krasnoarmeisk durch Kugeln pro-russischer Separatisten getötet wurden. Richtig ist aber, dass die Schützen einem ukrainischen Freiwilligen-Bataillon angehörten. Wir bedauern unseren Fehler und möchten uns bei Ihnen dafür entschuldigen.»

Der fingierte Trauermarsch

Nach dem islamistischen Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitung Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 in Paris versammelten sich vier Tage später Staats- und Regierungschefs aus aller Welt anlässlich eines Trauermarsches in Frankreichs Hauptstadt. Tonangebende Medien erweckten dabei gezielt den Eindruck, dass die Führer der angeblichen freien Welt dort gemeinsam an der Spitze von Millionen Menschen durch die Straßen gezogen seien. «Schulter an Schulter marschiert», gab sich beispielsweise die Bild-Zeitung ganz gerührt. Auch die Tagesschau präsentierte die Bilder in ihrer Hauptausgabe: «Seite an Seite: Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs haben heute an dem Trauermarsch teilgenommen.»

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Auf Pressefotos wirkt es so, als hätten die Politiker den Trauermarsch für «Charlie Hebdo» 2015 angeführt – in Wahrheit posierten sie nur kurz in einer Seitenstraße. Foto: AFP

Tatsächlich wurde die Szene in einer abgesperrten Nebenstraße gefilmt. Außer Dutzenden Sicherheitsleuten und der Pressemeute gab es keine Zuschauer. Die Tagesschau-Aufnahmen waren ganz bewusst so in Szene gesetzt worden, dass die abgesperrte Straße nicht zu sehen war. Selbst die Taz meckerte damals: «Leider belegt der Umgang mit den Bildern des Pariser Marsches, dass das Wort ”Lügenpresse” nicht nur ein Hirngespinst der Pegida-Anhänger ist, sondern dass die Wirkung der Bilder – übrigens auch für deutsche Medienmacher – manchmal wichtiger ist als die Dokumentation der Realität.»

Russland-Lügen

Auch Falschdarstellungen über Putin & Co. gibt es nicht erst seit gestern. Am 9. Januar 2015 vermeldete die ARD-Tagesschau auf ihrer Website: «Russland hat den Zugang zum Führerschein eingeschränkt. Nach einer neuen Verordnung dürfen Menschen mit ”Geistes- und Verhaltensstörungen” nicht mehr Auto fahren. Die Regierung stellte klar, dass dies nicht für Transsexuelle gelte. (…) Anmerkung der Redaktion: An dieser Stelle hatte es ursprünglich geheißen, das Fahrverbot gelte auch für Transsexuelle, Transvestiten, Fetischisten, Pädophile und Voyeure sowie Glücksspielsüchtige und Kleptomanen. Allen diesen Gruppen würden Persönlichkeitsstörungen attestiert, was sie zu einer Gefahr für den Straßenverkehr mache. Das ist – wie oben klargestellt – nicht der Fall.» Auch das Heute Journal des ZDF musste ein paar Monate später eine Falschdarstellung korrigieren. Moderator Claus Kleber tat sich am 15. April sichtlich schwer: «Gestern haben wir, wie viele andere Medien, eine Szene gezeigt, in der ein angeblicher Oberstleutnant der russischen Streitkräfte (…) der verblüfften Polizei ihren neuen Kommandeur im Ort Oskoloka präsentiert. Diese Szene hat zwar genau so stattgefunden, aber inzwischen mehren sich die Hinweise darauf, dass das eine Art russischer Hauptmann von Köpenick war – ein kleiner Betrüger, der nicht nur die Berichterstatter, sondern auch die örtlichen Polizisten reingelegt hat, die standen ja stramm. Das war eine offenbar ziemlich überzeugende Vorstellung und auf völlig andere Weise ein Beleg dafür, wie groß der Respekt vor den Russen dort ist. Wir aber haben uns zu korrigieren und zu entschuldigen. Es gibt inzwischen auch noch andere Darstellungen der Zusammenhänge dieser kleinen lustigen Szene, aber so wie es aussah, also ein Stück russischer Machtergreifung, war es jedenfalls nicht.»

«Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus.» Kai Gniffke

Der Flüchtlings-Fake

Am 19. Oktober 2015 berichtete Focus Online über einen Auftritt von ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke vor nicht näher definierten «Branchenexperten» in Hamburg. Dort war offenkundig die Rolle von Medien rund um die Migrationskrise thematisiert worden. Überraschenderweise räumte Gniffke krumme Dinger bei Tagesschau und Tagesthemen ein: «Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus.» Tatsache sei aber, dass «80 Prozent der Flüchtlinge junge, kräftig gebaute, alleinstehende Männer sind». Gegenüber dem Focus hatte der ARD-Mann damals selbstkritisch eingeräumt: «Wir müssen sensibel sein, damit die Bildauswahl nicht allzu sehr auf Kinder fokussiert wird.»

Chemnitz-Lügen

Am 26. August 2018 wurde in Chemnitz der deutsch-kubanische Tischler Daniel Hillig von drei Asylbewerbern so schwer verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Tausende Menschen kamen anschließend zu Trauerbekundungen zusammen.

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«Hasi, du bleibst hier!»: Das Wackelvideo von 2018 soll eine Hetzjagd auf Ausländer in Chemnitz zeigen. Foto: Screenshot Youtube

Die Medien waren sogleich bemüht, die Teilnehmer als Rechtsradikale zu diffamieren. ARD und ZDF verbreiteten schließlich ein 19-Sekunden-Video, das angebliche Hetzjagden von Demoteilnehmern auf Migranten zeigen sollte. Zu sehen waren allerdings allenfalls ein paar pöbelnde Jugendliche. In Umlauf gebracht wurde der Film von einem Twitter-Account namens Antifa Zeckenbiss. Trotz offenkundig fehlender Seriosität berief sich auch Kanzlerin Merkel auf die Aufnahmen, um die Begrifflichkeit der «Hetzjagden» zu rechtfertigen.

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ARD-Mann Gniffke zeigte sich im Kontext der Migrationskrise selbstkritisch. Foto: Sandro Halank, CC BY-SA 3.0

Kein kritischer Journalist der GEZ-Medien kam auf die Idee, den Videoschnipsel ernsthaft zu hinterfragen. Darüber hinaus mischten die Tagesthemen in die Berichterstattung über die Trauerkundgebung am 1. September in Chemnitz fälschlicherweise ältere Bilder rüpelhafter Hooligans. Am nächsten Tag räumte Moderatorin Caren Miosga recht kleinlaut ein: «Bei der Berichterstattung über die Kundgebungen in Chemnitz in den Tagesthemen gestern haben wir irrtümlich auch Bilder von der Demonstration am vergangenen Montag verwendet, ohne dies kenntlich zu machen. Wir bitten, dies zu entschuldigen.»

Die Butscha-Legende

Am 2. April 2022 brach in ARD, ZDF und anderen Medien die Hölle los. Botschafter Andrij Melnyk gab den Ton vor: «Solche Verbrechen haben wir seit 80 Jahren, seit dem Zweiten Weltkrieg, nicht mehr gesehen.» Nun müsse es ein Embargo gegen Russland geben, «für Öl, Gas und Kohle, für Metalle». Was war passiert? Der kleine Ort Butscha, 25 Kilometer nordwestlich von Kiew gelegen, war am 30. März von der russischen Armee geräumt worden. Am 1. April drangen erste ukrainische Spähtrupps in die Kleinstadt vor, am 3. April wurden über 20 Leichen entdeckt, die auf offener Straße herumlagen. Einige waren gefesselt. Ab dem nächsten Tag wurde von weiteren Toten in Massengräbern gesprochen, deren Zahl Bürgermeister Anatoly Fedoruk mit 280 angab.

«Solche Verbrechen haben wir … seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen.» Andrij Melnyk

Videodokumente über die Morde selbst konnten weder Tagesschau noch Heute Journal beibringen. Bewohner berichteten jedoch gegenüber ukrainischen Stellen von zahlreichen Grausamkeiten der russischen Truppen. Funksprüche, die vom BND – und seltsamerweise nicht von dessen ukrainischem Pendant SBU – zur Verfügung gestellt wurden, sollten belegen, dass Putins Soldaten ungeniert über ihre Mordpläne kommunizierten.

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Kaltblütig: Die Medien instrumentalisieren die Toten von Butscha für ihre Kriegsrhetorik. Dabei sind viele Fragen offen. Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Ist das die Wahrheit – oder war Butscha eine False-Flag-Operation, wie der Kreml behauptet? Die Hauptkontroverse dreht sich um die Frage, ob diese Menschen während der Anwesenheit der russischen Armee starben – oder erst nach deren Abzug durch die Hand von Ukrainern. Vieles spricht für Letzteres. So etwa die Videobotschaft des Bürgermeisters von Butscha, der am 31. März freudig meldete, dieses Datum gehe als Tag der Befreiung in die Geschichte der Stadt ein, denn die russische Armee sei abgezogen. Kein Wort von Massakern und Leichen, obwohl Butscha mit 27.000 Einwohner eine überschaubare Kommune ist. Auf den Fotos sieht man zahlreiche Opfer mit weißen Armbinden – ein Erkennungszeichen für Ukrainer, die mit den Russen zusammenarbeiten.

Und: Die Leichen auf den Butscha-Fotos sehen relativ frisch aus. Wären sie bei ihrer Entdeckung am 3. April schon 14 Tage oder länger tot gewesen, wie Kiew, die NATO und der deutsche GEZ-Funk mit Verweis auf Satellitenaufnahmen behaupteten, hätten sie stärker aufgedunsen und verwest sein müssen, denn in der Region herrschten in der zweiten Märzhälfte oft Temperaturen über zehn Grad. Eine forensische Untersuchung wurde übrigens nicht vorgenommen, jedenfalls nicht bis zum 15. April – nur auf diese Weise hätte sich der Todeszeitpunkt klären lassen.

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