Medien

Neue Lügenpresse-Studie: 62 % haben Vertrauen in Medien verloren

Neue Lügenpresse-Studie: 62 % haben Vertrauen in Medien verloren
Galionsfigur der etablierten Medien: Pinocchio

„Lügenpresse“, „Lückenpresse“, „gelenkte Berichterstattung“ – die Vorwürfe gegen die etablierten Medien sind vielfältig. Doch welche Teile der Bevölkerung sehen die Presse besonders kritisch? Eine neue wissenschaftliche Analyse ist dieser Frage nun nachgegangen.

Woher kommt die wachsende Medienkritik in der deutschen Bevölkerung? Kim Otto und Andreas Köhler vom Institut für Wirtschaftsjournalismus der Universität Würzburg wollten das genauer wissen. Für ihre Analyse griffen die beiden Forscher auf offizielles Datenmaterial zurück. Im Auftrag der Europäischen Kommission analysiert das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften alljährlich mit seinem Eurobarometer die allgemeine Stimmung in den EU-Staaten. Die neuesten Zahlen beziehen sich auf November 2015. Bemerkenswert ist schon das Ausgangsmetrial: Nur noch 51 Prozent der Bundesbürger vertrauen der Presse, vier Prozent weniger als im Vorjahr.

Es sind vor allem die jungen Generationen, die den etablierten Medien nicht mehr vorbehaltlos Glauben schenken. In der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre misstrauen ganze 62,4 Prozent dem Mainstream, gleich ob es sich dabei um Radio, Fernsehen oder Tageszeitung handelt.

Durchaus überraschend dabei: Das Geschlecht der Befragten spielt dabei keine Rolle. Junge Männer und Frauen sehen die Berichterstattung gleichermaßen skeptisch.

Das Schicksal der Mainstreammedien, zunehmend argwöhnisch beobachtet zu werden, teilen auch andere politische Institutionen. Besonders die Parteien verlieren bei den Befragten praktisch im Einklang mit der Presse ihre Glaubwürdigkeit. Oder auch anders herum gedeutet: Menschen, die von Parteien erreicht werden, vertrauen den Medien eher. Spätestens mit dem jüngsten Aufstieg der AfD dürfte sich dieses Bild allerdings ausdifferenziert haben.

https://www.youtube.com/watch?v=WeMxoVUUEK4

Und tatsächlich: Menschen, die sich selbst eher im rechten Spektrum verordnen gaben an, den Medien stärker zu misstrauen als überzeu