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Sex im ICE – bezahlt von der GEZ

Sex im ICE – bezahlt von der GEZ
Peinlich: Die ARD produziert ein Sex-Hörspiel auf Beitragszahler-Kosten.

Während Pendler mit Verspätungen kämpfen, gönnt sich die ARD eine sinnlich-feministische Porno-Hörspielserie über weibliche Lust. Natürlich sexpositiv und natürlich öffentlich-rechtlich finanziert.

von Marie Wiesner

Die ARD hat mit Hilfe unserer Zwangsgebühren von 18,36 Euro monatlich wieder ein besonderes Wunderwerk gezaubert. Und nein, es handelt sich weder um ein neues Social Media Format a la Mädelsabende, noch um eine Dokumentation über einen links-grünen Transaktivisten, sondern um „eine Hörspielserie über die weibliche Lust“.

So, wie sich das gehört. „10 Atemzüge“ war der Vorgänger – ebenfalls eine „sinnlich-feministische Hörspiel-Serie über weibliche Lust im Hier und Jetzt“. Das Setting in „10 Augenblicke“ ist ein liegengebliebener ICE in einer verschneiten Winternacht, der ultimative Sehnsuchtsort, wenn man auf Zugklo-Vibratoren oder polyamore Dreier-Fantasien im ICE steht.

Öffentlich-rechtliche Sexerziehung

Paulina stöhnt wegen ihres ferngesteuerten Spielzeugs. Kim und Annelie sind scharf auf ihre Sitznachbarin. Daniel und Verena bringen das Blind-Date-Format der DB auf Touren, und Zugchefin Katherina hat keinen Bock auf was Festes. Alles natürlich sexpositiv, feministisch und empowernd. Weil nichts sagt weibliche Selbstbestimmung lauter als explizite Stöhnszenen, finanziert von der GEZ-Pflicht. Im Trailer wird man gleich mit einer Triggerwarnung beglückt:

In den zehn Augenblicken hört ihr Beziehungsdramen, Reisewahnsinn und vor allem jede Menge Sex. Wenn ihr also gerade neben eurem Vater sitzt oder den Teenagersohn von der Schule abholt oder einfach keine Lust habt auf ziemlich bildliche Darstellungen von Sexualität habt, dann hebt euch diese Hörspielserie doch einfach für einen anderen Moment auf.

Danke für die Belehrung. Die öffentlich-rechtliche Sexerziehung für Erwachsene kommt also mal wieder mit pädagogischem Zeigefinger daher. Hauptsache, niemand fühlt sich ausgeschlossen oder heteronormativ gelangweilt. Für öffentlich-finanzierte Stöhnszenen braucht es offenbar mehr Warnhinweise als für Kriegsdokumentationen.

Während also der normale Hörer mit verspäteten Zügen, maroden Bahnhöfen und stinkenden Obdachlosen kämpft, gönnt sich die ARD-Crew eine feuchte Winternacht im liegengebliebenen Zug.

Die Begeisterung der Deutschen Bahn über die Kulissenwahl hielt sich im Übrigen in Grenzen. Eine Sprecherin erklärte: „Die Staffel des erotischen ARD-Hörspiels 10 Augenblicke ist nicht in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn entstanden“. Das Hörspiel soll dementsprechend nicht Teil des ICE Portals werden. Wer’s braucht, kann sich ab sofort in der ARD Audiothek beglücken lassen und wer es nicht braucht? Tja, der zahlt trotzdem.

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