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Wassermangel in Deutschland schon vom Weltraum aus zu sehen?

Wassermangel in Deutschland schon vom Weltraum aus zu sehen?
Niedrigwasser um die Rheinkniebrücke in Düsseldorf.

Aktuell behaupten Medien, dass in Deutschland bereits enorme Wasserverluste von Satelliten messbar seien. Das ist schlicht falsch! Ganz davon zu schweigen, mit ungenauen Daten auch noch Panikartikel zu produzieren, die suggerieren, wir müssten in Deutschland bald einen Kampf um Leben und Tod um den letzten Tropfen Wasser führen.

von Utta Böttcher

Aktuell gibt es Meldungen, wonach die enormen Wasserverluste in Deutschland bereits von Satelliten messbar seien. Gemeint sind die Messungen der GRACE-Satelliten, die von der NASA (National Aeronautics and Space Administration), dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- Und Raumfahrt) und dem GFZ (Deutschen GeoForschungsZentrum) betrieben werden.

Detaillierte Karten über schwindendes Grundwasser in Deutschland, wie sie aktuell wieder gezeigt werden, stehen allerdings völlig im Widerspruch zur äußerst geringen Auflösung dieser Satelliten: Das Messraster von GRACE liegt bei etwa 300 x 300 Kilometern, während Deutschland von Nord nach Süd knapp 880 Kilometer und von West nach Ost rund 640 Kilometer misst. Deutschland besteht auf so einer Karte aus wenigen riesigen Quadraten: Sie sieht aus wie extrem grob verpixelt. Die Satelliten können keine einzelnen, lokalen Grundwasserspeicher (wie ein lokales Wasserwerk oder ein bestimmtes Tal) isoliert „sehen“. Wenn in den Medien dennoch detaillierte Karten und präzise Zahlen für Deutschland gezeigt und genannt wurden, basierte das auf einer Kombination aus den groben Satellitendaten mit echten Messungen mit Hilfe von mathematischen Tricks.

Es ist im Grunde eine Frechheit, aus den wenigen Messzellen der GRACE-Satelliten, die über Deutschland liegen, eine detaillierte Grundwasserkarte zu errechnen. Ganz davon zu schweigen, mit diesen Daten auch noch Panikartikel zu produzieren, die suggerieren, wir müssten in Deutschland bald einen Kampf um Leben und Tod um den letzten Tropfen Wasser führen.

Wasserverlust für Deutschland viel zu hoch eingeschätzt

Wasser bewegt sich im Unterschied zum Untergrund, durch den es fließt, schnell und ständig. Diese Massenänderungen reichen aus, damit das „grobe Auge“ der GRACE-Satelliten sie „sieht“. Die Satelliten „wiegen“ quasi ein ganzes Bundesland auf einmal. Dabei misst GRACE radikal alles: Grundwasser, Flüsse, Seen, Bodenfeuchte und Schnee. Die grobe Auflösung der Satellitenkarte wird dann mithilfe von Computermode