CDU, Katrin Göring-Eckhardt, taz und andere Linke kommen aus dem Jubeln nicht heraus. Jürgen Klopp will den „Patriotismus“ nicht „den Falschen“ überlassen. Es lohnt allerdings, dem Bundestrainer etwas genauer zuzuhören – und sich zu fragen, wer eigentlich einen echten Nationalstolz immer verhindern wollte.
Die Tragik des deutschen Patriotismus nach 1945 liegt darin begründet, dass er nie für sich selbst stand. Oder besser gesagt: stehen konnte und durfte. Dass er zwanghaft immer als Gegenreaktion auf die zwölf Jahre des nationalsozialistischen Terrors in Deutschland konstruiert wurde.
Das ist aus Sicht des Nachkriegsdeutschlands sehr verständlich. Wie sollte man die totale Niederlage in einem totalen Krieg, die Kapitulation des Reiches, die Zerstörung und Zerstückelung dessen, was von Deutschland übrigblieb, auch anders begreifen als das, was es war: ein für alle Deutschen lebensverändernder Epochenbruch. Nichts blieb mehr, wie es war, nach dem 8. Mai 1945. Und für viele auch davor schon nicht.
Fußball ist das einfachste Ventil für Patriotismus
Zum Vergleich: Für einen heute 40jährigen dürfte das prägende Ereignis der 11. September gewesen sein. Jeder dürfte noch ziemlich genau wissen, was er an diesem Tag gemacht hat. Und dieses, wenn auch sicher ebenfalls epochenbrechende, Ereignis ist nichts, was uns hier in Deutschland im täglichen Leben betroffen hätte. Aus dieser Sicht ist also klar, dass es nach Ende des Weltkriegs keinen „Hurra“-Patriotismus gab.
Die Eliten der frühen Bundesrepublik – und der DDR sowieso – waren darüber sicher ganz glücklich. Besetzt und von den Siegermächten misstrauisch beäugt, war man froh, da jetzt keine unnötige Front aufzumachen. Aber Patriotismus und Nationalstolz lassen sich auch nicht für alle Zeiten unter den Teppich kehren. Wie Wasser auch, finden sie immer einen Weg, sich zu manifestieren. Im Zweifel den einfachsten.
Als einfachste, da gesellschaftlich akzeptierteste Form, blieb der Party- und Fußballpatriotismus. Fast jeder fieberte bei den Weltmeisterschaften 1954, 1974 oder 1990 mit der Nationalmannschaft mit. 2006 ging, auch ohne WM-Titel, als „Sommermärchen“ in die Geschichte ein – und was war 2014 nicht alles los auf Deutschlands Straßen.
Desaströser Auftritt in Katar
Immer gab es dabei auch die üblichen Bedenkenträger, Angstmacher und ordinär










