Meinung

Merz bei Brandopfern – als getriebenes linksgrünes Vollopfer

Merz bei Brandopfern – als getriebenes linksgrünes Vollopfer
Vier Wochen Urlaub, dann der Medien-Show im Hürtgenwald: Friedrich Merz

Naturkatastrophen sind unfähigen Regierungschefs eigentlich immer willkommen. Man kann vom eigenen Versagen ablenken, Solidarität mit den Opfern heucheln, den Betroffenen Hilfe zusagen – eigentlich perfekt, um ein völlig ramponiertes Image aufzupolieren. Doch Friedrich Merz macht im Hürtgenwald einfach da weiter, wo er vor seinen Urlaub aufgehört hat – als getriebenes linksgrünes Vollopfer!

von Michael Münch

Buhrufe, eine einstudierte Landrat-Rede und eine Klimapredigt, die zeigt, wie schwach und angepasst der Kanzler inzwischen ist: So präsentiert sich der Kanzler der verratenen Herzen nach vier Wochen (!) Sommerpause. Mit mondäner Attitüde entsteigt er seinem Hubschrauber in Hürtgenwald – und liefert sogleich den Beweis, dass er dort gedenkt weiterzumachen, wo er vor der Flucht in den Urlaub aufgehört hat: Tief in den ideologischen Parallelwelten der Linken mit ihren Phantomproblemen, maximal entrückt den wahren Sorgen und Nöten im Land. Dieser erste Merz-Auftritt nach der unverzeihlich langen Pause fällt so schwach aus, dass selbst wohlwollende Beobachter nur den Kopf schütteln können. Empfangen wird Merz mit Buhrufen und Pfiffen – woraufhin er die Kritiker erstmal pauschal als „Herumschreier“ abkanzelt, statt sich einmal zu fragen, warum so viele Bürger ihn seit Monaten ausbuhen, wo er auch aufschlägt.

Dürens CDU-Landrat Ralf Nolten springt ihm dabei mit einer Rede zur Seite, die so glatt und eingespielt klingt, als hätte er sie wochenlang geprobt, und begründet die späte Anreise des Kanzlers damit, dass ein früherer Helikopterbesuch die Löscharbeiten für drei Stunden lahmgelegt hätte. Dass parallel ständig Fahrzeuge hin und her fahren und die Löschlogistik der Feuerwehr (im Gegensatz zur Berliner Politik) ohnehin rund läuft, entlarvt Noltens Behauptung zwar als totalen Nonsens – aber die Wahrheit hat bei einem Besuch dieses Kanzlers bekanntlich sowieso Auszeit. Statt also auch nur einen Moment darüber nachzudenken, warum die Menschen gegen ihn protestieren, klatscht Merz dem Landrat Beifall und erklärt überheblich, er spreche hier generell nur mit denen, die helfen – eine weitere Breitseite gegen die protestierenden Bürger, die hier zu Störern degradiert werden und gefälligst die Klappe halten sollen, während die restliche versammelte Claque weiter selbstverständlich Union wählen soll.

Die unvermeidliche Klimawandel-Predigt mit Fegefeuer und Hitzetoten

Nun folgt die unvermeidliche Klimawandel-Predigt: Merz verkündet klipp und klar und endgültig, dass solche Großschadensereignisse wie der Brand im Hürtgenwald die sichtbare Folge des Klimawandels seien und die Regierung alles tun werde, um ihn zurückzudrängen. Dass Waldbrände zu 90 Prozent das Resultat von vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung sind, dass die Sonne selbst kein trockenes Holz entzünden kann und die wahre Ursache auch dieses konkreten Brandes weiterhin ungeklärt ist, passt da nicht ins Bild, also verliert der Kanzler kein Wort darüber. Stattdessen übernimmt er wortgleich die Narrative der Grünen, die diese bereits in seiner Abwesenheit angestimmt hatten. Angesichts der angeblichen “12.000 Hitzetoten“ hatten sie Merz vorgeworfen, dass er zur angeblichen Klimakrise schweige. Das wollte Merz wohl nicht auf sich sitzen lassen – also greift er den Ball auf, macht brav Männchen und stimmt in die Panikerzählung mit ein