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Berlin: Wenn am Hauptbahnhof die Rolltreppe rückwärts fährt

Berlin: Wenn am Hauptbahnhof die Rolltreppe rückwärts fährt
Statt Rolltreppen nun viele Stufen: Am Berliner Hauptbahnhof muss man gut zu Fuß sein.

Mit schwerem Gepäck die Treppen hochlaufen: Das ist nun am Berliner Hauptbahnhof und einem weiteren großen Umsteigebahnhof Realität, denn die Rolltreppen fallen aus. Grund: eine lief plötzlich in die verkehrte Richtung.

von Ernst Fleischmann

Seit Donnerstag fallen am Berliner Hauptbahnhof mit seinen vier Ebenen 42 der insgesamt 54 Rolltreppen aus. Dies wird offenbar auch tage-, vielleicht sogar wochenlang noch so weitergehen. Die Fahrgäste müssen mit zum Teil schweren Gepäck die zahlreichen Stufen nehmen oder sich an lange Schlangen an den Aufzügen anstellen.

Betroffen ist auch der große Umsteigebahnhof Berlin-Südkreuz. Das bedeutet ein neues Chaos in der Hauptstadt, nachdem deren Bürgersteige zuletzt wochenlang Eisbahnen glichen, weil die Hausbesitzer nicht mit Tausalz streuen durften.

Aus bisher unbekannter Ursache war bereits am Sonntag um 8 Uhr plötzlich eine Rolltreppe rückwärts gefahren, wie die Bundespolizei mitteilte. Dabei habe sich eine Frau leicht am Knie verletzt. Eine weitere Rolltreppe blieb einfach stehen. Die Ursache konnten Experten bisher nicht finden. Daher werden nun fast alle anderen „einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen“, sagte Katja Hüske, Vorstand Personenbahnhöfe bei der DB InfraGo.

Chaos am Hauptbahnhof kann dauern

Beide defekten Rolltreppen gehören zum gleichen Typ. Die Bundespolizei übergab den Fall zurück an die Bahn, da niemand eine Strafanzeige erstattet habe. Diese kümmert sich nun mit Mitarbeitern des Rolltreppen-Herstellers Kone darum, den Grund für die Fehlfunktion zu finden. Wie lange das dauert, sei unklar. In Rede stehen inzwischen mindestens mehrere Tage.

Bis zum Freitagabend solle nun erst einmal ein Lagebild erstellt werden, um dann einen konkreten Zeitplan festzulegen. Daß der Ausfall vielleicht sogar Wochen dauern könnte, wollte die Bahn gegenüber dem Tagesspiegel nicht ausschließen. Das Staatsunternehmen hat inzwischen Mitarbeiter abgestellt, die den Kunden den Weg zu den Fahrstühlen zeigen sollen. Notfalls sollen sie auch beim Gepäck helfen. 

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