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Würden Sie diesem Mann Ihre Milliarden anvertrauen?

Würden Sie diesem Mann Ihre Milliarden anvertrauen?
Der Pate von Kiew: Wolodymyr Selenskij

Korrupt, kriminell und drogenabhängig: Der ukrainische Präsident zeigt der Welt, wie man einen modernen Mafia-Staat regiert. Wer nicht spurt, wird umgebracht – nicht nur im Inland, auch im Ausland.

von Roberto De Lapuente

Hat sich Wolodymyr Selenskij noch im Griff? Letzte Woche erklärte der ukrainische Präsident am Rande des ungarisch-ukrainischen Pipeline-Streites, dass man Viktor Orbán bewusstmachen sollte, mit wem er sich anlegt: »Andernfalls geben wir die Adresse dieses Mannes an unsere Streitkräfte weiter, damit sie ihn anrufen und in ihrer passenden Sprache mit ihm kommunizieren können«, lässt er sich zitieren. Hausdurchsuchung auf ukrainische Art – da hilft wohl auch kein Bademantel mehr.

Die passende Sprache – das kann freilich alles sein. Es ist die wohlfeile Ausdrucksweise von Leuten, mit denen man sich besser nicht anlegen sollte, weil sie zu allem bereit sind. Unwillkürlich muss man bei dieser Form der höflichen Drohung an das letzte Wort eines Mafia-Bosses beim Palermitaner Maxi-Prozess 1992 denken. Der wandte sich an den vorsitzenden Richter Alfonso Giordano – ein mutiger Zivilrichter, der anders als viele seiner Berufskollegen dazu bereit war, diesen Prozess gegen fast 500 Mafia-Mitglieder zu leiten – und gab ihm kurz vor der Urteilsfindung mit auf dem Weg, der Herr Richter möge doch bitte jederzeit gut auf sich aufpassen, damit ihm bloß kein Unglück geschehe – er werde für den Mann der Justiz beten, Gott segne Sie, ehrenwerter Signor Presidente. Nur Könner aus dem halbseidenen Milieu gelingt es, in so gewieftem Duktus zu drohen.

Sonderbehandlung für Orbán?

Nun ist der ukrainische Präsident sicherlich kein Spross der sizilianischen Mafia – vorgeworfen wird ihm jedoch seit Jahren, dass er sich mit Leuten umgibt, die man der Einfachheit halber als »Neonazis« bezeichnet. Mit dem historischen Nazi-Begriff hat diese Begriffswahl freilich wenig am Hut, aber Runen finden sie chic und auch für Bandera schwärmen sie – in den Methoden, die sie anwenden und die auch jene Lumpen von damals wählten, gleichen sie sich selbstverständlich einander. Spezial- oder Sonderbehandlung etwa: Das war so ein Verfahren, dem sich von Schlägertrupps oder der SS ergriffene Personen aussetzen mussten – oft stand am Ende dieser Behandlung der Tod. Nichts deutet bei der Nennung einer baldigen Sonderbehandlung zunächst auf physische Gewalt hin – man konnte es sich aber freilich denken. Die passende Sprache, die sich Selenskij nun für Orbán wünscht, wird vermutlich nicht Ungarisch sein, oder doch?

Hier spricht der Zynismus derer, die zu allem bereit sind – eben auch zur Schädigung des Körpers eines anderen Menschen. Ja, so sprechen Menschen, die in mafiösen Strukturen stecken oder eben in kriminellen Weltanschauungen festhängen. Dort kündigt man Gewalt mit warmen Worten an, bringt sie nicht auf den Punkt, deutet nur an – die, die danebenstehen und denen man das so beiläufig verkündigt, sind ohnehin involviert, sie verstehen genau, was gemeint sein dürfte. Wenn es am Ende aus dem Ruder läuft, vermag der Capo di tutti i capi immer noch zu erklären, er habe es doch gar nicht angewiesen: Der Besuch sollte nur der passenden Sprache mit ihm sprechen – doch nicht verprügeln. Was kann denn er dafür, dass die Button Men sich verselbständigt haben? Selenskij spricht vermutlich gezielz auch davon, dass sie ihn nur »anrufen« sollen – das ist eine Rückversicherung, denn ein Telefonat erlaubt keine physische Gewalt. Von ihm geht also kein Befehl aus, auch wenn alle Welt es vernommen hat. Warum es für ein Telefongespräch eine Adresse braucht, versteht man nur, wenn man diesen Soziolekt der verkappten Drohung beherrscht.

Einerlei ob wir es hier nun mit Nazi-Methoden oder mit parlare in codice zu tun haben, also dem Sprechen in kodifizierten Aussagen: ein Staatschef, der öffentlich auf solche Weise mit einem anderen Staatschef kommuniziert, hat die Kontrolle über seine Geschäfte völlig und endgültig verloren. Ein solcher Eklat müsste an und für sich Fragen aufwerfen. Will man so einem Mann das schwer erarbeitete Steuergeld der europäischen Arbeitnehmer überweisen? Tut man es am Ende gar, weil man sich vor den Schergen dieses Mannes fürchtet, die einen »anrufen«, um in passender Sprache zu parlieren?

Deep und failed state in einem

Doch Selenskijs Drohung wird kaum öffentlich diskutiert. Geschieht dies doch, dann sogar mit einem gewissen Verständnis. In den Netzwerken, speziell bei X, jubeln viele, die ihren Account mit einem ukrainischen Fähnchen verziert haben, dem mutigen Herrn Selenskij zu. Denn er zeige Eier, wie man das seit geraumer Zeit auch im deutschen Sprachraum ausdrückt – das ist eine erstaunliche Aussage aus Kreisen, die gemeinhin etwas gegen die sogenannte »toxische Männlichkeit« einzuwenden haben. Aber wenn sich jemand wie weiland Al Capone vor die Weltöffentlichkeit setzt und eine Gewaltanwendung thematisiert, dann ist das in Zeiten wie diesen offenbar – der Doppelmoral sei’s gedankt! – ein Akt von großer Ritterlichkeit. Einem solchen Mann müsse man quasi helfen, denn er sei ein unermüdlicher Kämpfer, der keinen Konflikt scheue. Ein integrer Herr, ein Ehrenmann.

Vor einigen Wochen veröffentlichten wir an dieser Stelle einen Bericht von Maksim Korsun – unser ukrainischer Berichterstatter weiß, wovon er spricht, wenn er die geheimen – und nicht so ganz geheimen – Operationen der ukrainischen Dienste vorstellt. Man darf in der Tat davon ausgehen, dass die ukrainischen Dienste mit zu den aktivsten Kräften in Deep-State-Europa gehören. Sie lauern kritischen Stimmen auf, die außerhalb der Ukraine gegen den Selenskij-Kriegsstaat wirken, drohen, schlagen zu und töten – und sie ruinieren außerdem die Infrastruktur europäischer Staaten, wenn auch nicht unbedingt in Eigenregie, sicherlich aber als treibende Kraft.

Diese Ukraine ist ein umtriebiger Staat – eigentlich ein umtriebiger failed state, der einfach nicht einsehen will, dass er gescheitert ist. Ursächlich ist dieses Scheitern auch auf die westliche Einflussnahme zurückzuführen. Wer übernimmt auf europäischer Bühne die Verantwortung? Nun will der ukrainische Präsident also mit aller Gewalt die nächsten Unterstützungszahlungen erpressen. Wovon muss man ausgehen bei einem Präsidenten, der ganz offenbar genau den Jargon spricht, von dem es seit Kriegsbeginn heißt, dass er in der Ukraine nicht praktiziert würde: Neonazisprech – die zynische Sprache totalitärer Gewalt nämlich? Sind die Dienste, die der Regierung dieses Herrn unterstellt sind, so rührig, dass sie auch anderen Politikern zusetzen könnten – oder ihnen vielleicht sogar schon zusetzen?

Vermutlich könnte er auch Merz bedrohen

In den Netzwerken herrscht die reine Verrohung vor – Selenskijs markigen Drohungen folgte rege Zustimmung. Die üblichen Verdächtigen warben sofort für weitere Unterstützung, Kiesewetter erklärte, dass der Hauptfokus für Deutschland auf der Ukraine liegen müsse – sollten deutsche Politiker nicht ihren Fokus auf die Belange der deutschen Bevölkerung ausrichten? Es scheint vollkommen egal zu sein, wie sich der ukrainische Präsident artikuliert, dass er offen droht: Es geht immer weiter, es wird niemals einen Bruch mit ihm geben. Haben unsere Entscheider etwa Angst vor diesem Mann, der eben mal Adressen herausrückt, damit seine Jungs, seine Special Forces zum Einüben passender Sprachen vorbeischauen?

Die ukrainische Verrohung hat sich längst im deutschen Alltag eingenistet. Die Claqueure des ewigen Krieges, der immer weitergehen soll, der sich nährt aus der Wertschöpfungskette der europäischen Arbeitnehmer und Steuerzahler, goutieren längst eine Sprache und eine Realität, die den Wert des menschlichen Lebens und des nüchternen, aber fairen Umgangs miteinander als lästigen Ballast empfinden, den man schnell abwerfen sollte. Wenn Selenskij Orbán droht, empfinden sie längst keine Scham mehr, weil sie seit langem den Duktus brutaler Gewaltausübung kultiviert haben, der im Krieg – anders als in der zivilen Welt – als besonderes Markenzeichen und Ausdruck von Potenz gilt. Dieselben Kreise monieren zwar stets aufs Neue irgendwelche »menschenverachtenden« Aussagen, die sie dann an Meldestellen herantragen. Aber ihr Hang zur menschenverachtenden Sprache ist selbst ausgeprägt genug, um einem ukrainischen Machtpolitiker beizupflichten, der seinem ungarischen Kollegen vor aller Welt droht.

Das geht so weit, dass man fast annehmen muss, dass Selenskij auch einen vielleicht für den Augenblick zaudernden Bundeskanzler Merz offen bedrohen könnte, ohne dass die veröffentlichte Meinung und die veröffentlichenden Meinungsmacher im Lande empört wären. Würden Sie denn diesem Mann Ihre Milliarden – nun gut, Ihre paar hundert Kröten – anvertrauen? Ja? Natürlich würden Sie das – schließlich wollen Sie gesund bleiben. Und gerade jetzt, da man nicht weiß, ob die Bundesregierung Zahnbehandlungen doch noch zur Privatsache erklärt, kommt einem so eine »freiwillige Zahlung« sicherlich günstiger.

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