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Die einsame Straße ins ewige Eis – Mit dem Geländewagen in Sibirien

Die einsame Straße ins ewige Eis – Mit dem Geländewagen in Sibirien
Geschafft: Bei 66 Grad und 33 Minuten nördlicher Breite liegt der Polarkreis.

So weit drang noch kein Ausländer vor: Eine Expedition in den äußersten Norden Sibiriens ist nichts für Anfänger. Zwischen Birken und Borschtsch birgt die Reise anfangs nur begrenzte Sinnesfreuden. Doch bald schon kommt der Moment, in dem das Eis schmilzt – trotz klirrender Kälte.

von Kolja Spöri

Schlafendes Land – so tauften tatarische Reiternomaden ihr Sibir. Unter Permafrost schlummert es, zwanzig Mal so groß wie die Bundesrepublik. Vom ewigen Eis für immer verschluckt wurden Steppenvölker wie die Skythen, ausgestorbene Tierarten wie Wollmammuts und unerforschte Erreger wie das Mollivirus.

Die wahren Talente der Russen: improvisieren, Kälte und Schmerz ignorieren.

Nach 30.000 Kilometern von Murmansk über Moskau nach Magadan lodert in mir noch ein Lebenstraum: die eisige Anabar-Route zum nördlichsten Straßenende der Welt zu fahren, als einer der ersten Ausländer – die ultimativ coolste Sackgasse, noch weiter nördlich als das Nordkap in Norwegen. Die Anabar ist ein Zimnik, eine der legendären russischen Winterstraßen, die jedes Jahr zwischen Dezember und März von Staats wegen neu präpariert werden, mit Schneeraupen und Bulldozern,