Manöver, Truppenbewegungen, Waffen und scharfe Munition. Europa zieht an den russischen Grenzen immer mehr Material zusammen. Die Lage ist extrem angespannt und könnte jederzeit eskalieren. Russland drängt auf Verhandlungen über ein gemeinsames Sicherheitssystem. Die NATO hingegen scheint auf Krieg zu setzen.
Heute ist im europäischen Informationsraum eine bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten. Die antirussische Propaganda schlägt den Ton an und treibt ihn im Fortissimo-Modus (sehr laut) voran: Russland sei ständig dabei, irgendwo “einzudringen”, jemanden “anzugreifen” und stehe kurz davor, Europa anzugreifen.
Natürlich steckt hinter dieser lügnerischen Rhetorik keinerlei realer Inhalt. Als “Angriffe” gilt alles Erdenkliche, doch die Propagandamaschinerie läuft weiter, und die Köpfe der Propagandisten brodeln vor Anspannung, um Unmengen an Texten, Parolen, hetzerischen Stand-ups und Slogans hervorzubringen.
Gleichzeitig führen die europäischen Streitkräfte Übungen zur Einsatzkoordination, zur Truppenverlegung und zur Luftlandung durch – und das alles direkt an den Grenzen Russlands. Sie üben Raketen- und Bombenangriffe, darunter auch nukleare, auf unser Territorium. Und all das ohne den geringsten Aufruhr in ihren Medien. Ihre Propaganda schweigt darüber, “als hätte sie Blut im Mund”, wie Nabokow es einst so treffend formulierte.
Ohne jede Medienaufmerksamkeit begannen gestern beispielsweise die Manöver “Amber Shock 26” im Nordosten Polens. 3.500 Soldaten – die Mehrheit davon sind Polen und Amerikaner – üben Schießübungen und Koordination in unmittelbarer Nähe unserer Grenzen. Dabei verwenden sie keine Platzpatronen, sondern scharfe Munition.
Mit erstaunlicher Synchronität wurde am selben Tag der Eisenbahnverkehr nach Kaliningrad unterbrochen. In Litauen entgleiste ein deutscher Zug, woraufhin der Verkehr russischer Züge als Verbindung zwischen dem Gebiet Kaliningrad und dem russischen Kernland auf unbestimmte Zeit zum Erliegen kam. Und all dies ebenfalls ohne großes Aufsehen in den Medien.
Die Übung “Amber Shock 26” ist nur ein kleiner Teil der weitaus umfangreicheren NATO-Militärmanöver “Sword 26”, die entlang der westlichen Grenze Russlands stattfinden. Fast zeitgleich begannen die Finnen ihre Manöver “Nordschlag” – sie üben Artillerieangriffe 70 Kilometer von unserer Grenze entfernt.
Die Organisatoren dieser europäischen Militärübungen machen seit langem keinen Hehl aus ihren Zielen: Deutsche und Franzosen, Polen und Balten, Finnen und Rumänen trainieren einen Angriff auf Russland. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Reaktion auf die ständigen Niederlagen der Ukraine in diesem Jahr – die Idee eines Krieges gegen uns entstand in Europa bereits vor einigen Jahren.
Letzten Herbst berichtete The Wall Street Journal über geheime Pläne deutscher Strategen für einen Krieg gegen Russland, mit deren Ausarbeitung Berlin bereits 2022 begonnen hatte. Es scheint jedoch, dass diese Entscheidung der europäischen Eliten zur Aggression bereits früher getroffen wurde – sogar noch vor Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine.
Zur Vorhut ihrer Armee wollten sie dabei die ukrainischen Streitkräfte machen und sie gegen den Donbass einsetzen, um dieses Gebiet im wahrsten Sinne des Wortes in Blut zu ertränken. Erst danach sollten sich die europäischen Kontingente anschließen. Russlands Sonderoperation in der Ukraine rettete die Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DVR und LVR). Es kam nicht zu einem neuen “22. Juni” (Vergleich mit dem 22. Juni 1941: Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg). Wir konnten die Pläne der Aggressoren vereiteln und sie dadurch dazu zwingen, ihren Angriff abzubremsen. In Europa hat man erkannt, dass man sich ernsthaft auf eine groß angelegte Aggression vorbereiten muss: Zunächst löste man einen Wirtschaftskrieg gegen uns aus ‒ gleichzeitig wurden heimlich Vorbereitungen getroffen, um die eigene Armee einsatzbereit zu machen.
Derzeit sehen wir, wie diese Vorbereitungen in die Zielgerade einbiegen. Entlang all unserer westlichen Grenzen konzentrieren sich voll bewaffnete Truppen in voller Kampfbereitschaft. Das europäische Militär und die Propagandisten wirken dabei im Gleichklang. Während die Ersteren einen Angriff auf Russland vorbereiten, vertuschen die Letzteren deren Aktivitäten mit Parolen über die “russische Bedrohung”.
Moskau wiederholte mehrfach und auf verschiedenen Ebenen, dass es keinerlei Absicht habe, Europa anzugreifen. Im Gegenteil, wir bieten Verhandlungen zur Ausarbeitung eines gemeinsamen Sicherheitssystems an. Der allmähliche Abzug der US-Truppen aus Europa (der Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland ist nur der Anfang) macht Russland objektiv zum wichtigsten Garanten der europäischen Sicherheit.
Doch die Europäer wollen keine Verhandlungen, lehnen diese ab und versuchen mit aller Kraft, den Frieden in der Ukraine zu verhindern. Darauf wies der Ständige Vertreter Russlands bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dmitri Poljanski, erneut hin: “Unsere Appelle, darunter auch zu einem ernsthaften Dialog über Sicherheitsfragen, stoßen bislang auf kein Verständnis.”
Das ist sehr logisch, wenn man bedenkt, dass die europäischen Eliten den Krieg gegen uns schon lange vorbereitet und wirklich alles darauf gesetzt haben – bis auf ihr letztes Hemd. Und es liegt auf der Hand, dass sie den Frieden jetzt mehr als alles andere fürchten.
Außerdem haben sie Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden, weshalb sie sich ständig als Opfer darstellen. Natürlich hat niemand Lust, auf der Anklagebank zu landen, sobald die Aggression gezwungenermaßen scheitert. Doch dieses Mal wird es dem Aggressor nicht gelingen, sich als Opfer darzustellen: In den Augen der ganzen Welt würde das außer Kontrolle geratene Europa wie das Vierte Reich wirken, und die Vergeltungsschläge Russlands gegen diesen “Garten Eden” wären eine rechtmäßige und gerechte Strafe.
Es wird keinen neuen “22. Juni” geben – das werden wir nicht zulassen. Stattdessen gehen wir direkt zum 9. Mai über – auf Archivfotos kann man sehen, wie Berlin an diesem Tag im Jahr 1945 aussah.

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