Deutschland

Bodo Ramelow über den Osten und Identitätspolitik: „Die Regenbogenfahne ist mir am liebsten!“

Bodo Ramelow über den Osten und Identitätspolitik: „Die Regenbogenfahne ist mir am liebsten!“
Witzfigur: Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow (Die Linke), mit Regenbogenfahne

In einem Interview gab der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow seine Meinung zur “Ost-Identität” preis, bezeichnete Björn Höcke als “Rotzlümmel”, wetterte gegen Corona-Maßnahmen-Proteste als eine “Mischung aus antiwestlicher Haltung, dumpfer Kapitalismuskritik und einer rückwärtsgewandten Nostalgie”, und gab seine Lieblingsfahne zum Besten.

von Günther Strauß

Bodo Ramelow, der einstige Stasi-Protegé und heutige Ministerpräsident von Thüringen liebt die große Bühne. In einem Interview mit der Welt gab der Linken-Politiker am 28. Dezember zahlreiche seiner Weltanschauungen preis. Die Frage, ob er mit CDU-Fraktionschef Mario Voigt darin übereinstimme, dass Neukanzler Olaf Scholz den Osten weitgehend ignoriere, verneinte er und sagte:

“Es gibt im Ampel-Kabinett doch starke ostdeutsche Personen. Der Thüringer Carsten Schneider wird Ost-Beauftragter, die Brandenburgerin Klara Geywitz hat das Bauministerium übernommen. Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt übernimmt das Umweltressort, auch eine politisch erfahrene Ostdeutsche.”

Etwas ambivalenter zeigte sich Ramelow auf die Frage nach seiner persönlichen Identität zwischen West- und Ostdeutschland:

“Ich bin gebürtiger Westdeutscher. Kein Mensch käme auf die Idee, mich bei einer Quotendiskussion auf ein Ost-Ticket zu setzen. Andere sagen über mich, meine Identität sei inzwischen komplett ostdeutsch. (…) Ich habe in den vergangenen 31 Jahren die Transformation der ostdeutschen Gesellschaft erlebt, begleitet und gestaltet. Ich habe als Gewerkschafter an der Seite von Ostdeutschen gekämpft, wenn sie über den Tisch gezogen werden sollten. Gleichzeitig widerspreche ich auch häufiger ostdeutscher Larmoyanz.”

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