Deutschland

Profitieren durch Bombardieren: Rheinmetall im Kriegsrausch

Profitieren durch Bombardieren: Rheinmetall im Kriegsrausch
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, vor der Bilanzpressekonferen, 11. März 2026.

Die imperialistische Barbarei lässt die Kassen der deutschen Rüstungsschmiede Rheinmetall klingeln. Rheinmetall brüstet sich mit neuen Rekordumsätzen, und die Zukunftsprognosen gehen weiter durch die Decke – nicht zuletzt wegen des amerikanisch-jüdischen Angriffskrieges gegen den Iran.

von Alexandra Nollok

Überbordende Hungersanktionen, geschürte Unruhen, angeheizte Kriege, aufgerüstete Konfliktparteien, Waffenexporte an Völkermörder und nun ein Angriffskrieg mit Flächenbombardements auf den Iran (und den Libanon): Im Kampf um den Erhalt ihrer globalen Hegemonie setzen die US-Imperialisten und ihre “westlichen” Partner die Welt in Flammen, vernichten Leben und Existenz von Millionen, treiben ihre eigenen Arbeiterklassen in die Armut. Die privaten Kriegsgewinnler freut das: Sie profitieren, kassieren und expandieren – wie Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall.

Die Düsseldorfer Waffenschmiede brüstete sich am Mittwoch mit erneuten Rekordumsätzen durch das florierende Kriegsgeschäft im vergangenen Jahr. Der Konzern titelte: “Rheinmetall treibt Expansion voran und bleibt auf Erfolgskurs – 2025: Operatives Ergebnis auf Rekordhöhe, Marge erneut erhöht.” Da knallen wohl die Champagnerkorken.

Kriegsbusiness auf Hochtouren

Die WirtschaftsWoche versank darüber in einen Jubel mit Superlativen: “Der Rüstungskonzern Rheinmetall wächst und wächst”, und dies nicht mehr nur mit “Artillerie, Panzer und Munition” – inzwischen seien auch “Flugzeugteile und Schiffe im Sortiment”.

Demnach kletterte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf knapp 9,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis betrug mit 1,8 Milliarden Euro sogar ein Drittel mehr als 2024. Zwar ist der Gewinn, also das Ergebnis nach Steuern, um “nur” drei Prozent auf 0,8 Milliarden Euro gestiegen. Doch Rheinmetalls Auftragsbücher sind prall gefüllt: Der sogenannte Backlog belief sich 2025 auf 63,8 Milliarden – ein Anstieg um 36 Prozent im Vorjahresvergleich und ein neues Höchstniveau.

Das Kriegsbusiness beflügelt auch die Prognosen der Konzernlenker. Für das laufende Jahr rechnet Rheinmetall mit einer noch kräftigeren Umsatzsteigerung um bis zu 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro, dies “bei weiter steigender Profitabilität” – ein Euphemismus für die Maximierung der Ausbeutung der eigenen Beschäftigten.

“Systemhaus für die Streitkräfte”

Weil die imperialistischen Kriege des “eigenen Lagers” auf Hochtouren laufen und der deutsche Staat immer mehr Steuergeld in die Aufrüstung der Bundeswehr pumpt – was die soziale Verelendung im Land beschleunigt –, erlaubt sich das Unternehmen nun auch die “Herauslösung der zum Verkauf stehenden Automotive-Aktivitäten”, um sich “von nun an vollständig auf das Defence-Geschäft”, also Rüstungsgüter, zu fokussieren. Rheinmetall transformiere sich damit “zum umfassenden Systemhaus für die Streitkräfte”.

Mit anderen Worten: Das Düsseldorfer Großunternehmen ist nun hauptsächlich ein vom Staat steuerfinanzierter Zulieferer des deutschen (und ukrainischen) Militärs, der aus dem üppigen “Konzern-Bürgergeld” dicke Vorstandsgehälter abzweigt. Allein Konzernchef Armin Papperger kassierte zuletzt etwa 3,6 Millionen pro Jahr, während weit davon entfernte Arbeitsplatzbesitzer lieber über noch weiter unten angesiedelte, aber angeblich “schmarotzende” arbeitslose Bürgergeldbezieher herfallen. Propaganda für die Arbeiterklasse gehört eben auch zum strategischen Politgeschäft.

Aggressive Strategie: Fusionieren und expandieren

Die Rüstungsschmiede freut sich über die klingenden Kassen: “Neben den bisherigen Domänen Land und Luft engagiert sich Rheinmetall nach der Übernahme des Marineschiffbauers NVL (Anmerkung: ein Unternehmen mit Sitz in Bremen, zu dem auch die Hamburger Werft Blohm und Voss gehört) nun im maritimen Bereich sowie in der Domäne Space.” So bediene man “den signifikant gestiegenen Bedarf der Streitkräfte bei der operativen Ausrüstung, insbesondere bei Schiffen, Fahrzeugen und Munition”. Zugleich decke man “Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Drohnentechnologie oder Satellitentechnik” ab.

Vorstandschef Papperger sieht sein Unternehmen “bestens vorbereitet” auf den zunehmenden imperialistischen Wahnsinn seiner Steuergeld-Sponsoren. Es sei zwar “ein schwerer Schritt, uns von den vielen Mitarbeitern zu trennen, die unseren Automotive-Bereich bildeten”, heuchelte er. Aber man müsse und werde “die Profitabilität des Konzerns weiter steigern”, und dieser sei wegen der vielen “neuen Großprojekte der Streitkräfte aussichtsreich positioniert” – natürlich: Nur darum geht es.

Rheinmetall verfolgt seit Beginn des Ukraine-Krieges eine äußerst aggressive Wachstums- und Expansionsstrategie durch Übernahmen kleinerer Rüstungsunternehmen. Bereits vor der Einverleibung der norddeutschen Werften schluckte der Konzern unter anderem den spanischen Munitionshersteller Expal Systems, die Munitionsspezialisten Muni Berka in Sachsen-Anhalt und Hagedorn NC in Niedersachsen, den kroatischen Fahrzeugbauer Dok-Ing, den Drohnenproduzenten EMT und den Militär-Software-Hersteller Blackned in Bayern, sogar das US-Rüstungsunternehmen Loc Performance. Außerdem sicherte sich Rheinmetall die Mehrheitsanteile an der rumänischen Rüstungsschmiede Automecanica Medias.

Bombastische Aussichten

Der US-israelische Angriff auf den Iran lässt die Herzen der Kriegsprofiteure noch höher schlagen. Die Nachfrage nach ihren Flugabwehrgeschützen sei groß, jubelte Papperger bereits gegenüber diversen Medien. Die Anteilseigner profitieren davon ebenso: Für 2025 kletterte die Dividende pro Anteilsschein von 8,10 auf 11,50 Euro.

Für die Kassen der Kriegsprofiteure sind das im wahrsten Sinne des Wortes bombastische Aussichten. Für Millionen von Menschen bedeutet “bombastisch” hingegen Elend, Zerstörung und Tod.

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