Deutschland

Roma-Clan: Gekaufte Braut für 85.000 Euro

Roma-Clan: Gekaufte Braut für 85.000 Euro
Villa des Jovanovic-Clans in Köln.

Eine 16-Jährige wird verkauft, Senioren brutal ausgeraubt, der Staat zahlt die Luxus-Villa – und die Familie schweigt vor Gericht. Die Clankriminalität gerät in Deutschland außer Kontrolle. 

von Marie Wiesner

Die ausländische Clankriminalität gerät in Deutschland immer mehr außer Kontrolle. Vor allem in den Großstädten versetzen sie die Deutschen in Angst und Schrecken. Drogen– und Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Raub und Geldwäsche stehen auf der Tagesordnung.

Schon seit Jahren versuchen Polizei und Justiz den Gangstern Einhalt zu gebieten – doch nur mit mäßigem Erfolg. Die meisten Großfamilien stammen aus Kleinasien oder sind arabischstämmig. Sie kommen aus der Türkei, dem Libanon oder aus Syrien. Man denke nur an die bekanntesten – die Remmos, Miris Abou-Chakers.

Dreiste Verbrecher

Doch es gibt auch kleinere Roma-Clans, deren Dreistigkeit unfassbar ist. Seit Ende Januar müssen sich fünf Mitglieder der aus Serbien stammenden Familie Jovanovic vor Gericht für ihre widerlichen Taten verantworten. Unter anderem wird ihnen Betrug und Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl vorgeworfen.

Kriminalität liegt der Großfamilie wohl im Blut, sogar die 68-Jährigen Großeltern Drasko und Bisa stehen vor Gericht. Und der Anwalt von Bisa besaß die Dreistigkeit, zu erklären: „In der Anklage gibt es viele Behauptungen. Die Staatsanwaltschaft muss erst mal dafür einen Nachweis erbringen“. Er erklärte sogar, er rechne mit einem Freispruch für die 68-Jährige. Die kriminelle Tante Jadranka (44) wies alle Vorwürfe zurück, die anderen schwiegen. Über die Jadranka liefen offenbar alle Zahlungsströme. Sie hatte alle Kontakte zu den Behörden und regelte sämtliche Zahlungen von Sozialleistungen, die ihre Familie kassierte.

Der Roma-Clan soll besonders Senioren auf fiese Art abgezockt haben. Einer lockte die alten Leute mit Klingeln und Tricks aus der Wohnung und die anderen brachen dann blitzschnell ein und klauten alles Wertvolle. Die Tatverdächtigen sollen seit 1985 in Deutschland leben und hier ein Leben in Luxus geführt haben.

Die Miete der Villa zahlte der Staat. 2020 führte die Polizei eine Razzia durch. Teure Autos im Wert von 100.000 Euro, fünf Häuser im Gesamtwert von 2,4 Millionen Euro, Luxusuhren für 60.000 Euro und massenhaft Schmuck wurden sichergestellt. Vermutlich geraubt aus den Wohnungen hilfloser Senioren.

Die Hölle auf Erden

Doch der größte Skandal ist, dass die Familie das Mädchen Romina S. im Alter von 16 Jahren als Braut gekauft haben soll – für 85.000 Euro. Für sie begann die Hölle auf Erden. Sie musste Leonardo, einen der jüngeren Mitglieder der Bande, heiraten. Ohne Pass und Handy war sie der Familie hilflos ausgeliefert – und wurde sogar gezwungen, zu stehlen. Angeblich, weil ja das Geld für die teure Eheschließung wieder eingebracht werden müsste. Ihr Vater erklärte der Familie sogar, dass sie eine gute Diebin sei.

Außerdem bekam Romina in recht kurzen Abständen zwei Kinder. Ein Umstand, der sie weiter an die Familie kettet. Wie es der jungen Frau in Zukunft ergehen wird, ist unklar. Sie wurde bereits 2021 zu einer dreijährigen Haft verurteilt. Ob die fünf Bandenmitglieder verurteilt werden, ist noch nicht entschieden.

Der Fall erinnert an die vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen operierende Clan-Familie Al-Zein, die das Leverkusener Jobcenter auf denkbar primitive Art und Weise um eine halbe Million Euro betrog. Und das, obwohl diese Großfamilie bekanntermaßen in einer Villa mit 300 Quadratmetern Grundfläche residierte und eigentlich schon bei jedem Leverkusener Zeitungsleser und Mediennutzer bekannt war.

Man fragt sich, wie lange sollen solche kriminellen Banden noch auf Staatskosten leben und Angst und Schrecken in der Bevölkerung verbreiten können?

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