Vor dem Berliner Roten Rathaus sammeln sich AfD-Funktionäre wie Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund zur Kundgebung. Sie fordern eine Abschiebeoffensive sowie eine Arbeitspflicht für Asylbewerber und dass Kristin Brinker neue Regierende Bürgermeisterin wird. Währenddessen bedrängt die Antifa Journalisten.
von Mike Siemens
Wenn die AfD auftritt, ist es üblich, dass sich ein Gegenprotest zusammenfindet. Unter anderem die Berliner Grünen riefen für Montagabend dazu auf, gegen die Kundgebung vor dem Roten Rathaus zu demonstrieren. Wenige Meter von der Absperrung der Wahlkampfveranstaltung entfernt stehen Hunderte Linke, die pfeifen, schreien und hin und wieder einen Mittelfinger in Richtung der AfD-Unterstützer zeigen. Als Reaktion werden ihnen Deutschlandflaggen entgegengehalten.
Auch auf der Bühne stört man sich nicht am Gegenprotest. „Ich habe mich aber auch gefreut, weil ich endlich mal wieder auf ein bisschen Stimmung gehofft habe“, ruft der Ministerpräsidenten-Kandidat Ulrich Siegmund, als er am Montagabend auf die Bühne tritt. Hinter ihm das Berliner Rote Rathaus, vor ihm Hunderte AfD-Unterstützer. Sie schwenken von der Partei ausgeteilte Deutschlandfahnen, heben blaue Pappherzen in die Luft und empfangen ihn mit einem deutlich lauteren Beifall als die anderen Redner. „So etwas gibt es ja in Sachsen-Anhalt gar nicht mehr. Da haben die schon lange aufgegeben.“
In Berlin gebe es noch „ein paar Versprengte“, macht sich Siegmund über die Gegendemonstranten lustig. Doch dass es sie gibt, zeige, dass man Mut brauche, um in Berlin „Flagge zu zeigen“. In seinem Heimatbundesland laufe das anders ab. Dort sei es normal, dass „man auf dem Weg zur Demo schon bejubelt wird vom Volk“.

Journalisten zu behindern.
Auf der Gegendemonstration am Neptunbrunnen geht es währenddessen heiß her. Ein kleiner schwarzer Block stellt sich vor Journalisten, die live von der Veranstaltung berichten. Sie schreien sie an, blockieren ihre Kameras mit schwarzen Regenschirmen oder Antifa-Fahnen und versuchen, sie mit „Nazis raus!“-Rufen zu verscheuchen. Die Polizei muss sich neben die Reporter stellen und sie auf ihrem weiteren Weg durch die Gegendemonstration begleiten.










