Von 25,5 auf unter 7,5 Prozent in gut sechs Jahren. Die Grünen verlieren mehr als 7 von 10 ihrer Anhänger. Ist der völlige Untergang der Kindersex-Partei noch aufzuhalten?
Von Jürgen Fritz
Kurzzeit-Analysen der Entwicklung der politischen Parteien bekommen wir sehr oft präsentiert. Viel interessanter sind aber eigentlich mittel- und langfristige Betrachtungen. Wie psychologische Untersuchungen zeigen, neigen Menschen nämlich grundsätzlich dazu, deutlich zu überschätzen, was in kurzen Zeiträumen möglich ist, und deutlich zu unterschätzen, was in längeren Zeiträumen machbar ist.

Insbesondere was Welt- und Menschenbilder anbelangt sind große Veränderungen einer Gesellschaft als Ganzes hier meist nur über längere Zeiträume möglich. Anders formuliert: Dicke Bretter bohrt man nicht in Tagen, Wochen oder Monaten, sondern in Jahren und Jahrzehnten. Genau dieses langfristige Denken fällt dem westlichen postmodernen Menschen, der oft ganz im Hier und Jetzt versinkt, nicht selten extrem schwer. Deshalb soll hier die Zeitperspektive heute mal gewechselt werden.
Die Korridore der Parteien
Betrachtet man sich die Entwicklung der politischen Parteien der letzten sechs Jahre, so fällt auf, dass die meisten sich in bestimmten Korridoren bewegen. Die CDU/CSU zum Beispiel im Bereich von 32 bis 43 Prozent. Unter 32 Prozent fällt sie nie. Hier scheint so etwas wie ein harter Kern an Unionswählern zu sein, der mit fast ein Drittel der Wähler ziemlich stark ist. Nach oben sind in guten Zeiten über 40, bis zu 43 Prozent möglich für CDU/CSU. Bei der SPD liegt der harte Kern bei ca. 21 Prozent und nach oben gibt es einen Deckel bei etwa 32 Prozent, der nicht gelüftet werden kann. Die Linke bewegt sich in den letzten Jahren in einem Korridor von 6 bis 10 Prozent und ist dabei relativ wenig Schwankungen unterworfen.
Viel stärker sind da die Ausschläge bei der FDP, die zwischen 2 und 9 Prozent oszillieren. Das sind natürlich gewaltige Unterschiede. Die AfD, die vor gut vier Jahren gegründet wurde, schwankt in den letzten drei bis vier Jahren zwischen 3 und 14 Prozent. Auch das sind relativ große Schwankungen.
Noch viel extreme Unterschiede sehen wir bei den Grünen, die seit Juni 2011 von ca. 24 auf knapp über 7 Prozent fielen. Im Mai 2011 hatten sie sogar 25,5 Prozent. Seither haben sie mehr als 70 Prozent ihrer Wähler verloren und erreichten in den letzten zwei Monaten ein Fünfzehnjahrestief.
Die Piraten sind vor fünfdreiviertel Jahren aufgetaucht, stiegen kurzzeitig auf über 11 Prozent und








