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Volksbad Berlin: Schwimmen nur für Schwarze

Volksbad Berlin: Schwimmen nur für Schwarze
Anna Yeboah ist Co-Verantwortliche für das Programm im „Volksbad“. Dort findet am Freitag eine Veranstaltung statt, bei der weiße Menschen nicht teilnehmen dürfen.

Vergangenen Freitag wurde vor der Volksbühne in Berlin-Mitte ein temporäres Schwimmbecken eröffnet: das „Volksbad“. Zunächst wurde groß mit Versprechen wie Entkommerzialisierung und Zugang für alle geworben. Doch nun schließt das mit 300.000 Euro Steuergeld finanzierte Pop-up-Freibad doch Menschen aus. Und das ausgerechnet aufgrund ihrer Hautfarbe.

von Joelle Rautenberg

Ein Zeichen gegen den Verfall der Infrastruktur in der Hauptstadt, eine urbane Intervention gegen Kommerzialisierung oder „eine sommerliche Einladung an die Hauptstadt“: Mit der Eröffnung des neuen temporären Freibads vor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz vergangenen Freitag waren große Versprechen verbunden.

Das sogenannte „Pop-up-Freibad“, das vom 7. August bis zum 1. Oktober geöffnet ist, solle laut dem Intendanten der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, „das neue Wunder von Mitte“ sein. Ein Wunder, das Menschen unabhängig von sozialer Herkunft und Einkommen zusammenbringen sollte und „gratis und ohne Ausweispflicht“ ist.

Volksbad Berlin: Schwimmen nur für Schwarze
25 Meter lang und nur 1,30 Meter tief: Das Temporäre „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne.

Ein Zusatz von besonderer Bedeutung in einer Stadt, in der die Eintrittspreise für Frei- und Schwimmbäder Jahr für Jahr steigen und der Sprung ins kühle Nass für deutsche Familien damit zunehmend zum Luxus wird. Gleichzeitig bleiben selbst diejenigen, die sich die Eintrittspreise leisten können, den Berliner Bädern teilweise bewusst fern: wegen Migrantengewalt, unzumutbarer hygienischer Zustände, Ausweiskontrollen vor den Bädern oder mobiler Polizeistationen.

Volksbad Berlin: Schwimmen nur für Schwarze
Mittlerweile Berliner Standard: Polizisten vor dem Columbiabad in Neukölln.

Doch ausgerechnet das vermeintlich arbeiternahe „Volksbad“, das mit kostenlosem Freibadbesuch ganz ohne Ausweiskontrolle wirbt und allen Menschen in der Hauptstadt offenstehen soll, schließt nun selbst Menschen vom Schwimmen aus. Und zwar aufgrund ihrer Hautfarbe.

Queeres Vorspiel und „Schwarze Communities“ 

Auf der allgemeinen Website der Berliner Volksbühne gibt es einen eigenen Bereich für das temporäre Freibad vor dem Theater. Auch dieser ist wie eine Art Kunstprojekt gestaltet: Ein ästhetisch inszeniertes Video zeigt Ausschnitte der Volksbühne, des Schwimmbeckens, Pommes und des Fernsehturms, kombiniert mit verschiedenen visuellen Stilmitteln.

Auf der Seite findet sich außerdem eine sogenannte „Programmvorschau“. Die zeigt jedoch nicht etwa das Theaterprogramm, sondern Öffnungszeiten und Veranstaltungen rund um den Badebetrieb. So ist dort beispielsweise ein Crashkurs im Kraulschwimmen angekündigt, veranstaltet von Aktivisten eines „queeren“ Berliner Sportvereins mit dem Namen „Vorspiel“.

Volksbad Berlin: Schwimmen nur für Schwarze
Für alle mit „Seepferdchen und steifem Nacken“: Der „Queere Sportverein Berlin e. V.“ bietet am Dienstag einen Crashkurs im Kraulschwimmen an.

Für Freitag, den 14. August, findet sich jedoch ein besonders bemerkensw