Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen, könnte der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen Innenminister werden. Der zeigt sich nicht abgeneigt – und auch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund äußert sich.
von Günther Strauß
Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat erklärt, er würde das Amt des Innenministers von Sachsen-Anhalt übernehmen, „wenn es dem Land hilft“. Voraussetzung dafür wäre eine Regierungsbeteiligung der AfD nach der Landtagswahl am 6. September.
Laut Umfragen wird die Partei in dem Bundesland mit Abstand stärkste Partei und hat sogar Aussichten auf eine absolute Mehrheit der Mandate. Vergangene Woche ermittelte Infratest dimap 41 Prozent.
Maaßens Name wird innerhalb der AfD für diesen Fall schon einige Zeit als mögliches Regierungsmitglied diskutiert. Offiziell äußerte sich jedoch niemand dazu.
Maaßen hat mit Siegmund gesprochen
Maaßen selbst sagte nun der Zeit, er habe mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund „das eine oder andere Mal“ gesprochen. Ob er selbst bereits gefragt worden sei, das Amt des Innenministers zu übernehmen, wollte Maaßen allerdings nicht beantworten. Gegenüber einer Wochenzeitung bat Maaßen um Verständnis, dass er sich „zu den Personalfragen in Sachsen-Anhalt nicht weiter äußern“ wolle: „Ulrich Siegmund wird das entscheiden.“
Und der meldete sich prompt in den sozialen Medien zu Wort und verweigerte dabei die Vorstellung eines Schattenkabinetts: „Namen wird es vor der Wahl nicht geben“, schrieb der AfD-Spitzenkandidat: „Das Ziel mancher Medien liegt doch auf der Hand: Misstrauen säen, Unruhe stiften und Menschen gegeneinander ausspielen“. Eines könne er allerdings garantieren, ergänzte er mit Blick auf den Grünen-Politiker Robert Habeck: „Mein Wirtschaftsminister wird kein Kinderbuchautor sein.“
Gegenüber der Zeit hatte Maaßen gesagt, dass Siegmund wisse, „wenn die AfD nicht liefert, ist das auch ein Schaden für die Bundespartei“. Deshalb brauche er „gute Leute um sich herum, die ihn unterstützen und professionell sind, damit das nicht zu einem Schiffbruch wird“. Wer ein guter Wahlkämpfer sei, sagte Maaßen, sei nicht zwangsläufig ein guter Regierender.
Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz war jahrzehntelang Mitglied der CDU. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihn gefeuert, weil er nach einem Mord eines Migranten an einem Deutschen in Chemnitz bestritten hatte, dass es dort – wie von ihr behauptet – „Hetzjagden gegen Ausländer“ gegeben habe. Dafür fand sich in der Tat nie ein Beleg.
Später baute Maaßen die Werte-Union zur Partei um, verließ diese nach einigen heftigen Wahlniederlagen und internen Streitigkeiten aber wieder. Die Partei war bei keiner Landtagswahl über 0,2 Prozent der Stimmen hinausgekommen. Medienberichten zufolge hatte der 63jährige nach seinem Rückzug im Oktober 2025 nicht ausgeschlossen, sich für die AfD zu engagieren.

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