Viel Andrang, wenig Aufklärung. Im Fall Drosten gegen Wiesendanger zeigte das Landgericht Hamburg auffallend wenig Interesse, sich mit der in den letzten Jahren dramatisch geänderten Faktenlage auseinanderzusetzen.
Seit dem 27. Februar dieses Jahres findet nun – nach viermaliger (!) Verschiebung – am Hamburger Landgericht endlich der Prozess um eine Unterlassungsklage des ehemaligen Staatsvirologen Christian Drosten gegen den Physikprofessor Roland Wiesendanger statt. Allerdings scheint der Senat nach wie vor weder ein ernsthaftes Interesse an einer Aufklärung des Sachverhalts zu haben noch Wert darauf zu legen, dass die breitere Öffentlichkeit Zugang zu der Verhandlung erhält. Trotz enormen Interesses wird dem Publikum der Zutritt nach Kräften verwehrt, indem zu wenige Stühle bereitgestellt und viele Plätze an Studenten, Praktikanten und Medienvertreter vergeben werden. Eine Hamburger Rechtsanwältin hat letzte Woche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Gericht eingelegt, da nicht nur der Öffentlichkeit der Zugang massiv beschränkt wurde, sondern der Vorsitzende Richter nicht von seiner Befugnis Gebrauch gemacht habe, die Verhandlung in einen der zur Verfügung stehenden wesentlich größeren Säle zu verlegen.
Konkret geht es darum, dass Drosten Wiesendanger verbieten lassen will, Aussagen zu wiederholen, die dieser in einem Interview mit dem Magazin „Cicero“ von 2022 getätigt hatte. Im Eilverfahren war es ihm gelungen, drei der Äußerungen verbieten zu lassen, im Hauptsacheverfahren geht es nun um zwei weitere, in denen Wiesendanger Drosten vorwirft, die Öffentlichkeit gezielt getäuscht zu haben und dass die Bewegung ,,Scientists for Science“, zu deren Mitbegründern Drosten zählt, zum Ziel gehabt habe, die virologische Forschung frei von Beschränkungen zu halten. Im Kern geht es bei Wiesendangers Vorwürfen darum, dass Drosten gegenüber der Öffentlichkeit jahrelang unerbittlich darauf bestand, dass das Corona-Virus einen natürlichen Ursprung hatte und keineswegs im Labor im chinesischen Wuhan im Rahmen der Gain-of-function-Forschung herangezüchtet wurde. Dabei werden die natürlichen Eigenschaften von Viren gezielt manipuliert.
Dreiste und kontrafaktische Behauptungen Drostens
Dabei geht aus einer Telefonkonferenz mehrerer Virologen vom 1. Februar 2020, an der neben Drosten unter anderem auch Anthony Fauci teilnahm, der damals höchste Gesundheitsbeamte der USA, hervor, dass man sehr wohl plausible wenn nicht so











