Vom Kult-Komiker zum politischen Claqueur: Hape Kerkeling betritt den Thüringer Landtag – und liefert eine Rede, die man wohl getrost als Tiefpunkt seiner Karriere betrachten kann. Wollen wir uns von einem homosexuellen TV-Clown wirklich vorschreiben lassen, wen oder was wir zu wählen haben?
Die inzwischen durch und durch verblödete Mainstreampresse ist aus dem Häuschen; die “Bild”-Zeitung schreibt: „Emotionaler Promi-Appell bei der ersten Anhörung zu einem möglichen AfD-Verbot in einem deutschen Parlament.“ Gemeint ist der gestrige unterirdische Auftritt von Hape Kerkeling im Thüringer Landtag zu eben diesem Thema. Hatten noch geneigte Interessierte einen echten Experten zur verfassungsrechtlichen Problematik dieses Ansinnens erwartet, wird Erfurt leider eines Schlechteren belehrt: Ein ergonomisch ziemlich unförmiger, weil leider hoffnungslos verfetteter Lachmacher wurde hier also eingeladen, um über Wohl und Wehe des “Rechtsrucks” in diesem Land zu sinnieren. Doch Hape sinniert es nicht bei einem Eierlikör mit seinem Partner, sondern vor einem Millionenpublikum.
Zunächst finde ich es gut, wenn sich Leute außerhalb dieses völlig degenerierten Politikbetriebs, wo sich Kinderkönige ihre Spielzeuge in Lebensgröße nach Berlin schicken lassen (wie es Philipp Amthor tat) auch noch andere Leute – Menschen jenseits der eigenen geisteskranken Blase – zu Wort melden und Gehör finden. Ferdinand von Schirach zum Beispiel ist kein Politiker, doch ein großer Autor, aber jemand, der etwas mehr denkt, als manch anderer etwas sagt. Dem höre ich zu und ich glaube, dass er etwas zu sagen hat. Auch Harald Martenstein wartet diesbezüglich mit Substanz auf.
Hape ist nicht von Schirach
Das Problem ist nur, dass Hape Kerkeling kein Ferdinand von Schirach ist. Hape Kerkeling ist noch nicht mal das „von“ in Ferdinand von Schirach. Hape ist der Hans-Peter aus Recklinghausen, der es geschafft hat, vom unstreitig hochbegabten Stand-up-Comedian zum inzwischen wohlstandslethargisch gewordenen Millionär zu werden, der sich in Haltungssottisen verliert. Dass Kerkeling reich ist, werte ich nicht ab; im Gegenteil: Mir ist jeder lieb, der nicht vom Staat – das heißt: vom Geld anderer – lebt. Dennoch gibt es da, und das erlebe ich bei vielen Randgruppen, geradezu eine Lust an der Diskriminierung. 2017 zog Hape von Berlin nach Köln um; den Wegzug begründete er mit der „homophoben Atmosphäre“ in Berlin. Ich kann mir scho










