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Wollte Sprit teurer machen: ADAC verliert massenhaft Mitglieder

Wollte Sprit teurer machen: ADAC verliert massenhaft Mitglieder
ADAC-Zentrale in München:

Der ADAC warb in einem Interview für höhere Spritpreise – jetzt laufen die Mitglieder des Automobilklubs Sturm und in Scharen davon.

von Manfred Ulex

22 Millionen Mitglieder zählt der ADAC – zum Jahreswechsel einige weniger. Nach missglückten Aussagen des Automobilclubs sind viele Mitglieder empört, manche werden zu ehemaligen Mitgliedern.

Grund dafür: Der Verband hatte sich ausgerechnet für höhere Spritpreise ausgesprochen. „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, so dessen Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“, sagte er jüngst der Osnabrücker Zeitung.

Über Weihnachten und Neujahr löste dieser Schritt eine Welle an Kündigungen aus. Viele Menschen posteten in den sozialen Medien, dass sie den Club nun verlassen würden. Kein Wunder bei einem Verein, dessen Mitglieder zu 90 Prozent Fahrer von Verbrenner-Fahrzeugen sind. „Ich brauche mein Auto“, schreibt eine Nutzerin auf X. „Was ich nicht brauche, ist ein Verein, der Autofahrer vor den Bus stößt. Tschüss.“ Ein anderer User schreibt: „Mitglied seit 1997 – jetzt ist Schluss. Wenn der ADAC die Interessen seiner Mitglieder nicht mehr vertreten möchte, bin ich halt raus.“

Beim Automobilclub bemüht man sich um Schadensbegrenzung: „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise“, sagte Gerhard Hillebrand jetzt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Man sei missverstanden worden. In einem Schreiben des ADAC an seine Mitglieder heißt es: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO‑Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat“.

Medien hätten die Position des Clubs verkürzt, beklagt man: So sei der Eindruck entstanden, der ADAC befürworte pauschale Kraftstoffverteuerungen. „Dies entspricht nicht der Position des Clubs.“ Dabei hatte Verkehrspräsident Hillebrand im Endeffekt genau das gefordert – wenn auch über den Umweg der CO2-Bepreisung.

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