Mindestens 60.000 illegale Migranten gelangten seit Donnerstag in die spanische Exklave Ceuta. Viele umschwammen den Grenzzaun und erreichten die Hafenstadt übers Meer, 67 kamen dabei ums Leben. Andere liefen fast ungehindert über den Grenzübergang Tarajal. Vor Ort bewarfen sie Polizisten mit Steinen und plünderten Geschäfte. Mittlerweile gibt es mehrere Hinweise darauf, dass die Situation bewusst von der marokkanischen Regierung herbeigeführt wurde.
von Manfred Ulex
Rabat könnte den Zustrom von Migranten in die spanische Enklave Ceuta aufgrund der angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern begünstigt haben, schreibt die britische Zeitung The Telegraph. Das Blatt behauptet:
“Quellen aus westlichen Geheimdiensten vermuten, dass Marokko den plötzlichen Zustrom von 60.000 Migranten in die spanische Enklave Ceuta begünstigt hat. Dieser Zustrom war möglicherweise eine Strafmaßnahme vor dem Hintergrund diplomatischer Unzufriedenheit mit Spanien.”
In dem Artikel wird darauf hingewiesen, dass marokkanische Regierungsvertreter vermutlich unzufrieden mit dem Ministerpräsidenten des Nachbarlandes, Pedro Sánchez, sind, da dieser bestrebt sei, Gasabkommen mit Algerien abzuschließen.
Quellen der Zeitung betonten, es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen über die Ursachen eines derart massiven Zustroms von Migranten zu ziehen, doch einer von ihnen zeigte sich überrascht darüber, wie sich 60.000 Menschen unkontrolliert durch das Gebiet bewegen konnten.
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