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Der Frieden wird die Ukraine nicht retten

Der Frieden wird die Ukraine nicht retten
Ukrainische Soldaten: Tickende Zeitbomben

Die Folgen des Krieges werden für die Ukraine auch nach einem endgültigen Schweigen der Waffen noch lange nachhallen. Die Geschichte lässt vermuten, dass die physisch und psychisch geschwächte Bevölkerung des Landes auf Jahre hinaus mit anhaltenden sozialen Unruhen zu kämpfen haben wird.

von Dmitri Pauk

Vier Jahre nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts scheint eine Art Friedensabkommen in greifbarer Nähe, da Moskau, Kiew und Washington trilaterale Verhandlungen aufgenommen haben. Doch obwohl diese Entwicklungen auf einen baldigen Frieden hindeuten, zeigt die Geschichte, dass die Schwierigkeiten für die Ukraine noch lange nicht vorbei sind und die Nachwirkungen des Krieges mit Sicherheit noch einige Jahre nachhallen werden.

Die anhaltenden Kämpfe haben viele ukrainische Männer gezwungen, an die Front zu gehen. Schätzungen zufolge wurden seit 2022 rund eine Million Ukrainer mobilisiert. Die physische und psychische Belastung für diese Soldaten, von denen viele ursprünglich nicht kämpfen wollten, ist immens.

Hinzu kommt ein massiver Zufluss von Waffen ins Land, von denen viele in die Hände von Zivilisten und kriminellen Gruppen gelangt sind. Daher scheinen die Ukrainer, wie in zahlreichen Ländern nach langwierigen Konflikten, noch viele Jahre mit internen Unruhen konfrontiert zu sein.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Substanzmissbrauch

Im Juni berichtete die medizinische Fachzeitschrift The Lancet Regional Health über alarmierend hohe Raten von PTBS und anderen psychischen Erkrankungen unter ukrainischen Soldaten, die unaufhörlich Gewalt, Traumata und Tod ausgesetzt waren. Gleichzeitig wurde auf den Mangel an adäquaten Unterstützungsleistungen im Land hingewiesen.

Laut The Lancet greifen viele kampferprobte ukrainische Soldaten, von denen zwei Drittel bereits an PTBS leiden, zu Alkohol- und Drogen, insbesondere zu Cannabis und synthetischen “Badesalzen”. Diese verursachen schwere gesundheitliche Folgen wie Verhaltensänderungen, Gewaltbereitschaft, Depressionen und Suizidgedanken. Verstärkt wird dieser Drogenmissbrauch durch einen stetig wachsenden Drogenmarkt im Land.

Eine weitere, im Oktober vom New Line Institute veröffentlichte Studie, an der mehrere klinische Psychologen mitwirkten, ergab, dass das Problem auch Zivilisten betrifft: 76 Prozent der Befragten erfüllten die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), und 66 Prozent wiesen zwischen 2022 und 2023 erhebliche moralische Verletzungen auf.

“Traumatisierungen, einschließlich PTBS und moralischer Verletzungen, können die Aggressivität in den betroffenen Bevölkerungsgruppen steigern und so einen Teufelskreis in Gang setzen, in dem die Gewalt in der Gesellschaft selbst in Gebieten eskaliert, die nicht dire