Aleksandar Vučić ist als Präsident Serbiens zurückgetreten. Er hofft, nach den vorgezogenen Wahlen Ministerpräsident des Landes zu werden. Er muss es nicht nur mit der Opposition aufnehmen, sondern auch mit Straßenprotesten, mit deren Hilfe die EU den politischen Kurs Belgrads verändern will.
Aleksandar Vučić legte sein Amt als serbischer Präsident nieder. Dennoch hat er nicht vor, sich aus der Großpolitik zurückzuziehen: Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen beabsichtigt der Politiker, für das Amt des Ministerpräsidenten zu kandidieren. Die Wahlen sind für den 25. Oktober angesetzt.
“Ich bin den Bürgern dankbar, die mir zweimal ein enormes menschliches Vertrauen entgegengebracht und mir damit die höchste Pflicht und Verantwortung übertragen haben, die einem Menschen zuteilwerden kann”, sagte Vučić vor der Unterzeichnung seiner Rücktrittsunterlagen. Die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts übernimmt zunächst kommissarisch die Präsidentin der Nationalversammlung, Ana Brnabić.
Darüber hinaus kündigte Vučić den ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl an, der bis Ende Dezember stattfinden soll. “Warum habe ich das getan? Ich hätte als Präsident der Republik zur Wahl antreten können. Selbst meine zahlreichen Freunde, die Staatschefs anderer Länder, fragten mich erstaunt: ‘Warum tun Sie das? Warum treten Sie von Ihrem Amt zurück?'”, sagte er. Der Politiker erklärte, er halte diese Entscheidung für gerecht.
Zugleich berichtete Vučić, die Treffen mit westlichen Politikern seien für ihn in den vergangenen vier Jahren eine Qual gewesen. “Bei keinem dieser Treffen habe ich mich wohlgefühlt, denn jedes Mal lautete die erste Frage: Warum haben Sie keine Sanktionen gegen Russland verhängt? Auch mit den Russen war es schwierig, denn ihr Ziel ist es, die Kontrolle über die serbische Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (“NIS”) zu behalten … während die anderen ihnen diese Kontrolle entziehen wollen. Und letztlich leidet Serbien darunter”, zitiert ihn RIA Nowosti.
Zur Erinnerung: Vučić bekleidete seit dem 31. Mai 2017 das Amt des serbischen Präsidenten. Im Jahr 2022 wurde er für seine zweite Amtszeit wiedergewählt, die am 31. Mai 2027 enden sollte. Einen Tag vor seinem Rücktritt führte er ein Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin.
Wie der Kreml mitteilte, erörterten die Gesprächspartner dabei die Entwicklung der russisch-serbischen Beziehungen – unter anderem in den Bereichen Energie, Öl- und Gaswirtschaft, Verkehr und Gesundheitswesen – und gingen zudem auf “aktuelle Fragen der internationalen Agenda, darunter der Ukraine-Konflikt”, ein.
Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, versicherte zudem, dass die russisch-serbische Zusammenarbeit trotz des vorzeitigen Rücktritts von Vučić weiter gestärkt werde. “Zweifellos sind die Beziehungen zwischen Russland und Serbien weit










