Putin räumt weiter auf! Nach dem Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan stellt Russland nun den deutschen Handelskonzern Metro unter staatliche Verwaltung. Ein entsprechendes Dekret wurde jetzt vom russischen Präsidenten unterzeichnet. Metro unterhält 91 Märkte in Russland.
von Günther Strauß
Moskau hat das Russland-Geschäft der deutschen Metro AG unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Ein Präsidialerlass von Wladimir Putin überträgt 100 Prozent der betroffenen Vermögenswerte an die russische Managementgesellschaft UK Torg RUS. Der Schritt folgt nur wenige Wochen, nachdem bereits der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé und die französische Handelskette Auchan unter externe Verwaltung genommen wurden. Auch die frühere Leroy-Merlin-Tochter Lemana PRO und französische Logistikfirmen waren betroffen.
In dem Dekret selbst werden keine Gründe genannt. Der Kreml hatte frühere Maßnahmen damit begründet, es handle sich um Unternehmen aus “unfreundlichen Ländern”, deren Regierungen durch Waffen- und Finanzhilfe für Kiew in den Krieg involviert seien. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte erklärt, diese Hilfe werde für Angriffe auf zivile und wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin – unter anderem nach deutschen Vorwürfen eines Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle und einem seltenen Treffen von Außenminister Sergei Lawrow mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul am Rande der UN-Vollversammlung, bei der Wadephul allerdings keine diplomatischen Bemühungen erkennen ließ, sondern seinem russischen Amtskollegen lediglich eine Liste mit bereits bekannten deutschen Forderungen vorlas.
Metro blieb – und verliert nun die Kontrolle
Anders als viele westliche Konzerne hatte Metro nach dem Beginn der militärischen Spezialaktion in der Ukraine im Februar 2022 das Russland-Geschäft nicht aufgegeben. Begründet wurde das mit Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden. In Russland betreibt der Großhändler nach Angaben noch 91 Cash-&-Carry-Märkte. Das Russland-Geschäft gilt intern als dynamisch.
Die Düsseldorfer Zentrale bestätigte die Maßnahme. Formell bleibe das Eigentum bei der Metro AG, faktisch habe der Konzern aber “keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland”. Die russische Tochter erklärte, der Betrieb laufe normal weiter, Verpflichtungen gegenüber Kunden würden erfüllt – zum Dekret selbst äußerte sie sich nicht.
Torg RUS wurde erst am 8. September 2026 mit einem Stammkapital von










