In Rumänien herrscht Gewissheit: Der Oppositionskandidat George Simion hat die Präsidentschaftswahl knapp gegen den Pro-EU-Kandidaten Nicusor Dan verloren. Unklar ist bisher, ob es Wahlbetrug gab. Seit dem Ausschluss von Călin Georgescu und der Annullierung des ersten Wahldurchgangs im Dezember beklagen Beobachter jedoch massive Unregelmäßigkeiten.
von Manfred Ulex
Nach fast 90 % der ausgezählten Stimmbezirke liegt Nicusar Dan mit etwa 54 % rund 500.000 Stimmen vor George Simion – ein Vorsprung, der nicht mehr einzuholen sein wird. Die Präsidentschaftswahl in Rumänien galt als Richtungsentscheidung: Wird sich das Land noch näher an EU und NATO binden? Oder auf Ausgleich setzen, wofür insbesondere Simion stand? Die Wähler scheinen ihre Entscheidung getroffen zu haben.
Simion beklagte 4 Millionen tote Wähler in Runde 1
Allerdings: Ob tatsächlich alle Stimmen, die in Rumänien abgegeben wurden, von Lebenden stammen, ist unklar. George Simion erklärte im Vorfeld der Stichwahl, Hinweise zu haben, wonach in Runde 1 bis zu vier Millionen Tote abgestimmt hätten. Ihre Stimmen wären auch in Runde 2 wahlentscheidend.
Dass die gesellschaftlichen Spannungen in Rumänien durch den Wahlerfolg von Nicusor Dan beigelegt werden, ist indes nicht zu erwarten: Die Menschen sind zerrissen wie selten zuvor, insbesondere die autoritären Methoden gegen die politische Opposition haben das Vertrauen in die Demokratie nachhaltig erschüttert. Ob die unterlegene Seite das Wahlergebnis anerkennen wird, ist daher noch gänzlich unklar.
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