Medizinische Sensation in Russland! Intensivmedizinern in Jakutien ist es gelungen, einen bei minus 20 Grad erfrorenen und für “klinisch tot” befundenen Patienten aufzutauen und zurück ins Leben zu holen. Die Reanimation dauerte über 5 Stunden. Im Interview erklärt der Arzt Dmitri Bossikow, wie das möglich war.
von Zilya Gumerova
Ende März 2026 vollbrachten Ärzte der Stadt Mirny in Russlands Teilrepublik Sacha (Jakutien) ein wahres Wunder: Sie reanimierten einen Mann, der bei -20 Grad Celsius im Freien erfroren war. Und das wiederum ist keine Übertreibung: Er wurde ohne jedes Lebenszeichen ins Krankenhaus eingeliefert und für klinisch tot befunden – ein Zustand, in dem er sich mindestens fünfeinhalb Stunden, Behandlung eingeschlossen, befand. Doch dem Reanimationsspezialisten Dmitri Bossikow gelang es, den Patienten mithilfe eines etablierten Protokolls für Unterkühlungspatienten zurück ins Leben zu holen. Die Reanimation dauerte fünf Stunden. In einem Interview erklärte Bossikow die Funktionsweise dieser speziellen “Auftau”-Methode.
Dmitri, erzählen Sie uns, wie dieser Patient bei Ihnen eingeliefert wurde
Der Rettungssanitäter gab Bescheid, dass sie einen Mann ohne Lebenszeichen, aber mit Anzeichen von Unterkühlung, ins Krankenhaus transportieren. Rettungsteams warnen stets bei anstehende Einlieferungen kritisch kranker Patienten, das ist gängige Praxis. Wir haben ein spezielles Protokoll für solche Situationen. Es unterscheidet sich von der Standardreanimation:
Bei einem Kreislaufstillstand unter normalen Umständen etwa beginnen wir sofort mit der Herzdruckmassage; wenn die Ursache des Herzstillstands jedoch eine vollständige Unterkühlung ist, ist die Vorgehensweise anders.
Sie können also nicht sofort eine Herzmassage durchführen?
Der Zeitpunkt für die Herzdruckmassage hängt von der Körperkerntemperatur des Patienten ab. Zuerst muss die Körperkerntemperatur gemessen werden, dann können die verfügbaren Wiederaufwärmungsmaßnahmen angewendet werden.
Wie haben Sie ihn aufgewärmt?
Wir haben die einfachste und schnellste Methode gewählt: wiederholte Magen- und Blasenspülungen sowie die Infusion erwärmter Lösungen. Das ist ein langwieriger Prozess. Man kann den Patienten nicht in nur einer bis zwei Stunden auf Solltemperatur aufwärmen, da die empfohlene Aufwärmungsrate zwei Grad Celsius pro Stunde nicht überschreiten darf. Und seine Ausgangskörperkerntemperatur betrug 24 Grad Celsius.
Wie haben Sie das festgestellt?
Mit einem speziellen Sensor, der tief in die Speiseröhre eingeführt werden musste.
Auf welche Temperatur musste er aufgewärmt werden?
Das klinische Protokoll des Europäischen Rates für Wiederbelebung (ERC) besagt, dass umfassende Reanimationsmaßnahmen erst eingeleitet werden sollen, wenn die Körperkerntemperatur 30 Grad Celsius erreicht hat. Sie schlagen sonst schlichtweg nicht an. Denn solange die Temperatur unter 30 Grad Celsius liegt, lassen sich lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen – das










