Zwischen 1945 und 1946 wurden etwa drei Millionen Deutsche aus Böhmen, Mähren und Schlesien vertrieben. Seit 1950 erinnert der Sudetentag jedes Jahr zu Pfingsten an diejenigen, die mit brutaler Gewalt ihre einstige Heimat verloren haben. Nun soll die Veranstaltung erstmals im tschechischen Brünn stattfinden. Die tschechische Regierung will das verhindern und das Gedenken an uns Deutsche am liebsten ganz auslöschen.
Die CSU hat scharfe Kritik an der tschechischen Mitte-Rechts-Regierung geäußert, weil diese versucht, den Sudetendeutschen Tag in Brünn abzusagen. „Dass sich die tschechische Regierung auf einen Antrag verständigt hat, der die Veranstalter des Sudetendeutschen Tages zur Absage auffordert, ist bedauerlich und sendet ein falsches Signal“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek. Der Sudetendeutsche Tag soll dieses Jahr ab dem 22. Mai erstmals in Tschechien stattfinden. Vor allem die Rechtspartei „Freiheit und direkte Demokratie“ von Tomio Okamura macht dabei Stimmung gegen die Deutschen.
So warf Okamura denjenigen, die sich für den Sudetendeutschen Tag einsetzen, „sich offen und arrogant gegen das tschechische Parlament“ zu stellen und eine Eskalation zu provozieren. Er versprach, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass der Tag nicht stattfindet.
Sudeťáci stupňují provokace a arogantně se veřejně staví už i proti českému Parlamentu. Příští týden bude ve Sněmovně pokračovat boj za náš návrh usnesení proti konání sjezdu Sudetoněmeckého landsmanšaftu v Brně koncem května. pic.twitter.com/3gkEYpg99c
— Tomio Okamura (@tomio_cz) May 6, 2026
CSU-Mann Holetschek moniert, das Verhalten der Regierung in Prag entspreche nicht den „vielen positiven Reaktionen in der tschechischen Gesellschaft“, die es seit der Bekanntmachung der Veranstaltung gegeben habe. 80 Jahre nach der Vertreibung der Sudetendeutschen sei es „eine Einladung zur Versöhnung, ausgesprochen von tschechischer Seite, vom Festival Meeting Brno, das selbst für Erinnerung und Aufarbeitung steht“. Der Christsoziale nannte den geplanten Sudetentag in Brünn „die richtige Zeit und den richtigen Ort“.
Millionen Sudetendeutsche wurden vertrieben
Die bayerische Staatsregierung hat das Treffen der Vertriebenen mit 300.000 Euro unterstützt. Das sei „aus tiefster Überzeugung“ passiert, betonte Holetschek. Er selbst sei Ende März dafür nach Prag gereist, dort habe er „in politischen Gesprächen viele positive Rückmeldungen bekommen“. Umso unverständlicher sei es, „wenn die Regierung nun diesen Weg nicht mitgehen würde“.
Der Sudetentag ist das jährliche Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft; er findet seit 1950 traditionell an Pfingsten statt und dient der Erinnerung an Herkunft, Vertreibung und Integration der Sudetendeutschen. Als Sudetendeutsche werden die Deutschen aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien bezeichnet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in den Jahren 1945 und 1946 etwa drei Millionen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben und zwangsausgesiedelt.

🆘 Unserer Redaktion fehlen noch 92.500 Euro!
Um auch 2026 kostendeckend arbeiten zu können, fehlen uns aktuell noch 92.500 von 110.000 Euro. Wenn Ihnen gefällt, was wir tun, dann zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Mit Ihrer Spende von heute ermöglichen Sie unsere investigative Arbeit von morgen: Unabhängig, kritisch und ausschließlich dem Leser verpflichtet. Unterstützen Sie jetzt ehrlichen Journalismus mit einem Betrag Ihrer Wahl – einmalig oder regelmäßig:









