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Von Spezialoperation zu Krieg – Russland ändert seine Strategie

Von Spezialoperation zu Krieg – Russland ändert seine Strategie
Wladimir Putin und sein Sprecher Dmitri Peskow

Der Geist von Anchorage ist tot. Moskau spricht nicht mehr von einer „militärischen Sonderoperation“ – es spricht von Krieg. Ein Begriffswechsel mit weitreichenden Konsequenzen, der einer Eskalation des Konflikts weit über den Donbass hinaus Tür und Tor öffnet.

von René Zittlau

Vor kurzem wurde ein Geist zu Grabe getragen – der Geist von Anchorage. Keiner kannte ihn persönlich, er hatte sich gegenüber niemandem zu erkennen gegeben. Es gab auch keine Dokumente, in denen er beschrieben worden wäre. Und doch war er in aller Munde, auch wenn er von den Beteiligten dieser Geist-Beschwörung sehr unterschiedlich, ja geradezu konträr interpretiert worden war.

Dann war es soweit: Der russische Präsident und sein Außenminister äußerten sich innerhalb weniger Stunden zu diesem Geist. Ihnen folgten wie in einer Kaskade eine Reihe weiterer führender russischer Politiker.

Während Außenminister Lawrow ihn kurz, bündig und für jedermann unmissverständlich begrub, veranlasste die Art und Weise, wie ihn, diesen Geist, anschließend Wladimir Putin verabschiedete, den einen und anderen Beobachter dazu, Zerwürfnisse innerhalb der russischen Führung ausgelotet haben zu wollen.

Die Ereignisse der letzten Tage haben diesen Spekulationen den Boden entzogen. Der Geist von Anchorage bekommt in Russland keinen Fuß mehr auf den Boden. Einem anderen wurde für alle offen sichtbar der Weg frei gemacht.

Der Prozess des Umdenkens

Der Konflikt in der Ukraine, die Spezielle Militäroperation, ließ viele seit ihrem Beginn rätseln, wie denn Russland seine erklärten Ziele erreichen will: Demilitarisierung, Denazifizierung als Grundvoraussetzung einer ukrainischen Neutralität, die zwingend auch einen Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft mit sich bringen muss. Je länger der Waffengang dauerte, desto stärker wurde dieses Rätselraten im Westen i